Prashanti Nilayam im März und Anfang April 2006

  

Sairam, ihr Lieben,

anbei ein Bericht über die Geschehnisse der letzten Wochen!

 In der Zeit nach Shivarâtri hatten wir das Geschenk eines relativ regelmäßigen Darshanablaufs, so wie es früher üblich war. Swami kam regelmäßig und früh zum Darshan, rief morgens wie nachmittags Devotees zum Interview und ging dann in die Bhajanhalle. Die Interviews bekamen überwiegend Sondergäste, die zu Shivarâtri gekommen waren, aber auch permanente Devotees, die hier das Jahr über Dienst tun und die Sommermonate April und Mai bis zu Swamis Wiederkehr nach Puttaparthi in ihren jeweiligen Wohnungen in Indien verbringen.

Eine weitere Besonderheit in diesen Wochen bestand darin, dass Swami oftmals schon vor den Bhajans in die Bhajanhalle kam und dort mit Studenten und Devotees sprach. Er fuhr auch öfters im Rollsessel durch die Bhajanhalle und sprach mit den dort sitzenden Frauen. An einem Tag materialisierte Swami in der Bhajanhalle auf der Frauenseite sogar eine Halskette für eine Devotee!

 In dieser Zeit gab es eine neue Entwicklung. Swami war ja bisher immer noch nicht in seine Neue Residenz eingezogen. Nach Shivarâtri stattete Swami seinem Wohngebäude immer wieder, meist vor dem Darshan oder nach den Bhajans, Besuche ab und blieb manchmal sogar eine Stunde dort. Es wurden Kisten und größere Gegenstände hineingetragen und letzte Feinarbeiten am Gebäude durchgeführt. Die Gerüchte um Swamis baldigen Einzug erhielten wieder Hochkonjunktur. Eines der heißesten Gerüchte galt dem 9.3., einem Donnerstag und angeblich auch sonst besonders segensreichen Tag. Wie schon vor eineinhalb Jahren, als nach der Fertigstellung des Wohngebäudes Swamis Einzug erwartet wurde, erschien zur Feier von Swamis Umzug eine Aschramgruppe in Saris in den Prashantifarben hellblau, hellrosa und hellgelb zum Darshan – und wieder war es der falsche Zeitpunkt. Swami schaute auf die andere Seite und zog an diesem Tag nicht in seine Residenz ein! Ich musste an die Episode denken, als Swami nach seinen Plänen gefragt wurde und scherzhaft feststellte: „Frag die Frauen…sie kennen mein Programm besser als ich selbst!“

 Am 3. März fuhr Swami im Rollsessel über den Darshanplatz und verteilte Vibhutipäckchen an die in Reih und Glied sitzende italienische Gruppe, die über die Shivarâtrifestzeit die westliche Kantine betrieben hat, und an eine Gruppe aus den USA.

Am 8.3. nachmittags lief Swami gestützt zu Fuß durch die Bhajanhalle und sammelte Briefe ein. Ansonsten ging Swami in diesen Wochen viel seltener zu Fuß als in Whitefield und wenn, dann meist nur die kurze Strecke vom Interviewraum zum Auto oder in die Bhajanhalle. Es sah meistens sehr mühsam aus.

 Im März finden die Abschlussprüfungen der Studenten statt und die Prüfungsvorbereitungen liefen auf Hochtouren. Am 9.3. führten die Studenten nachmittags ein Burrakathaprogramm auf; dargestellt wurde die Geschichte Shirdi Sai Babas, wie sie von Sathya Sai Baba erzählt wurde. Wie Anil Kumar in der Ankündigung des Programms hervorhob, gibt es das nur in Prashanti, dass Studenten dank Swami vor den und während der Prüfungen noch Zeit und Energie haben, Schauspiele aufzuführen! Swami war sehr erfreut über das Programm und schüttete seinen Segen über die Teilnehmer aus.

 Am 12.3., Sonntag, kamen auch die Abschlussstudentinnen der Anantapuruniversität, um Swamis Segen für die Abschlussprüfungen zu erbitten. Morgens saß Swami lange Zeit draußen auf der Veranda, während die Veden rezitiert wurden. Am Nachmittag sprach erst Chitti Babu, ein Protagonist im Erziehungsbereich, und dann Dr. Jayalakshmi Gopinath. Sie ist seit Jahrzehnten Leiterin des Wohnheimes der Anantapurstudentinnen und ist schon seit den vierziger Jahren bei Swami. Wie meist erzählte sie auch diesmal Erlebnisse aus ihrer Frühzeit mit Baba.

Am 13.3. führten die Studenten der Musikhochschule ein tief zu Herzen gehendes Singprogramm auf, Hindustanistil.

Schon seit einiger Zeit fiel im Aschram eine große Gruppe Devotees aus Ungarn auf, nicht nur durch ihr großes Gruppentuch, sondern auch dadurch, dass sie kontinuierlich in der Westernkantine Dienst leisteten und uns mit ungarischen Spezialitäten verwöhnten (nein, kein ungarisches Gulasch! Aber z. Bsp. ungarische Salzgurken, sehr gut bei der hiesigen Hitze). Am 14.4. nachmittags erhielt die ganze Gruppe in der Bhajanhalle ein Gruppeninterview von Swami, und schon zuvor hatten einige dieser Gruppe ein Interview mit Swami.

 Am 15. 3. feierten Devotees aus Bihar und Jharkand hier das Holifest. Das Holifest wird am Vollmondtag des Monats Phalgun (Hindukalender) gefeiert. Es vereint in sich verschiedene Traditionen. Zum einen ist es ein Frühlingsfest. Einer Tradition nach wird an diesem Tag die Tötung der Dämonin Putana durch das Baby Krishna gefeiert. Zur Erinnerung: Putana war die Schwester des Herrschers Kamsa. Kamsa wollte Krishna töten und sandte deshalb Putana aus, um alle neugeborenen Babys töten zu lassen…ähnlich der Herodesgeschichte! Einer anderen Tradition nach wird an diesem Tag der Tod der Dämonin Holika gefeiert, einer Schwester des Dämonenkönigs Hiranyakashipu, der durch sie seinen Sohn Prahlada töten lassen wollte. Prahlada war, ganz undämonenhaft, ein glühender Verehrer Gott Narayanas und wurde aufgrund seiner Hingabe immer wieder von Narayana gerettet. Da Holika im Feuer verbrannte, wird an diesem Tag eine Strohpuppe verbrannt, die Holika symbolisiert. In Südindien ist Holi auch unter dem Namen Kamadahana bekannt. Eine Strohpuppe, die für Kama, Lust und Begehren steht, wird verbrannt. In all diesen Traditionen geht es also im übertragenen Sinn um eine Läuterung von „dämonischen“ Eigenschaften. Auch die Häuser werden gereinigt und von Unrat befreit – so wie unser Frühjahrsputz. In manchen Teilen Indiens heißt das Fest Dol Yatra. Dol heißt Schaukel. Das Baby Krishna wird auf eine Schaukel gelegt, die mit Blumen geschmückt und bunt bemalt ist, und gewiegt. Am Bekanntesten ist wohl die Sitte, dass, in Erinnerung an Krishnas Spiele mit den Kuhhirten und Kuhhirtinnen, die Menschen sich an Holi mit bunten Farben bewerfen und bemalen. Wenn man an diesem Tag auf die Straßen geht, muss man damit rechnen, bunt bemalt nach Hause zurückzukehren!

 An diesem Morgen führten Devotees aus Bihar und Jharkand Tänze auf, sangen Lieder und warfen Farben! Swami war so erfreut über die Aufführung, dass er sich im Rollsessel unter die Devotees fahren ließ und mit den Balvikaskindern, Frauen und Männern zahllose Gruppenaufnahmen machte. Diese wiederum waren so begeistert, dass sie immer wieder aufsprangen und sich um Swami scharten, so dass wir  nichts mehr von ihm sehen konnten. Nach diesem Zwischenspiel rief Swami Anil Kumar zu sich und ließ die Ansage machen, er würde an diesem Nachmittag alle persönlich segnen. Swami rief A. K.. nochmals herbei und ließ ausdrücklich sagen, er würde jeden „individuell“ segnen. Die allgemeine Erwartungshaltung stieg in unermessliche Höhen, die Devotees reihten sich schon früh zum Darshan an und manche hatten gar verstanden, Swami würde an alle Saris verteilen!

 Nachmittags führten die Devotees aus Bihar und Jharkand ein Stück über den Dichter Vidyapati auf, der Gott Shiva so ergeben war, dass dieser sich als Diener verkörperte und Vidyapati persönlich diente. Als Vidyapati schließlich erkannte, dass sein „Diener“ niemand anderes als Gott Shiva selbst war, diente dieser ihm nur weiter unter dem Versprechen, dass Vidyapati niemandem die wahre Identität des „Dieners“ enthüllen würde. Nun hatte Vidyapati eine wahre Xanthippe zur Frau, die ihn und seinen „Diener“ ständig tyrannisierte und den „Diener“ sogar schlagen wollte. Da konnte Vidyapati nicht umhin, seiner Frau zu sagen, dass es Shiva selbst war, der ihnen diente. Die Reue kam zu spät und Gott Shiva verschwand. Die Rolle des Vidyapathi war so hervorragend gespielt, dass Swami während des Spiels den Devotee zu sich rief und ihm einen Ring materialisierte. Beeindruckend war, dass der Schauspieler seine Rolle sofort wieder aufnahm, als wenn nichts gewesen wäre, und perfekt weiterspielte!

Nach dem Stück wurde an jeden der Teilnehmer Prasad verteilt, während Swami oben sitzen blieb, und alle hochgespannten Erwartungen auf andere außergewöhnliche Segnungen für alle wurden zumindest auf der physischen Ebene enttäuscht. Offensichtlich betraf die Ansage die Devotees aus Bihar und Jharkand. Ob es ein Missverständnis war und Anil Kumar seine Ansage zu ausschweifend machte oder ob es Swamis spezielles Lila war, wissen wir nicht. Mir kam der Gedanke, dass jeder dieser Festtage ja eine besondere Zeit- und Energiequalität besitzt. Die Festtage werden in Abstimmung mit Natur, Mondphasen und Gestirnsstellungen gefeiert und Swami wollte an diesem Tag vielleicht alle Devotees in seiner physischen Präsenz haben. Wer weiß, welchen Segen wir alle auf subtiler Ebene bekommen haben!

In den nächsten Tagen sprach Swami oft mit den Studenten der Musikhochschule, die am letzten Singprogramm teilgenommen hatten, und rief sie auch zum Interview. Am 20.3. nachmittags versammelten sie sich mit Bhajansängern in der Bhajanhalle, sangen Lieder und wurden von Swami persönlich bezüglich Intonation etc. korrigiert. Auch in den Tagen danach sammelte Swami öfters Studenten, die Programme aufgeführt hatten, in der Bhajanhalle um sich und sprach mit ihnen. Die Glücklichen!

 Weniger glücklich waren die Damen, die täglich auf der Veranda der Bhajanhalle in den so genannten „special lines“ darauf warten, in die Bhajanhalle eingelassen zu werden. Da Swami oft schon früh in die Bhajanhalle kam und dort Zeit mit den Studenten verbrachte, waren die Plätze auf der Veranda an den Eingangstoren und Fenstern der Bhajanhalle sehr umkämpft, denn man kann von da aus Swami sehen, wenn er mit den Studenten spricht. Die durch die Damen entstehende Unruhe und Störung wurde so groß, dass sie strafversetzt wurden und nicht mehr auf der Veranda, sondern beim Wasserspender anreihen müssen. Dadurch ging eine jahrzehntelange Möglichkeit zum spontanen „Verandasonderdarshan“ verloren.

 Im letzten Monatsdrittel fanden nachmittags immer wieder spontan kleinere Aufführungen der Schüler und Studenten statt. Am 30.3., Ugadi, dem Neujahrstag der telugusprachigen (die hiesige Landessprache) und kannadasprachigen Inder, fand dann das lange erwartete und oft aufgeschobene große Ereignis statt: Swami zog in seine Neue Residenz ein, in das Gebäude, das näher an der Darshanhalle steht. Am Tag zuvor war das Gebäude festlichst geschmückt und von Glühbirnen erleuchtet worden. Der Name von Swamis Neuer Residenz lautet „Yajur Mandiram“. Yajurveda ist der Veda der Opfersprüche, die bei Opferhandlungen rezitiert werden. Es ist sicherlich bezeichnend, dass Swami diesen Namen für seine Residenz wählte. Swamis Wohnräume befinden sich im ersten Stock.

 Swami kam an diesem Tag im gelben Gewand um 8 Uhr morgens zum Darshan, drehte eine volle Runde und setzte sich kurz auf den Sessel, ehe er sich in die Neue Residenz fahren ließ. Swami segnete die dort stattfindende Puja und begab sich in das Nebengebäude, wo die Ärzte der Krankenhäuser und weitere besondere geladene Gäste zum Bankett geladen waren. Nachdem Swami die dort Sitzenden gesegnet hatte, begab er sich in die Purnacandrahalle, wo allen Schülern, Studenten und Lehrern ein Essen serviert wurde. Swami fuhr dort durch die Reihen der Eingeladenen. Er hatte extra das Ende der akademischen Prüfungen auf den 29. 3. vorverlegen lassen, damit die Studenten das Fest entspannt genießen konnten. Wie ich mir sagen ließ, erhielten einige Unentwegte, die wartend um die Purnacandrahalle herumhingen, später dort auch noch Essen.

 Nachmittags führten die Studenten Stücke und Lieder über die Bedeutung von Ugadi auf und lasen aus dem Almanach, der astrologische Vorhersagen über das nächste Jahr macht, wie es an Ugadi Tradition ist. Danach hielt Swami seine Ugadiansprache.

 Swami erzählte, wie Draupadî die Ehefrau der 5 Pândavas wurde, lobte ihre Tugenden als perfekte Ehefrau und dass sie allen Frauen ein hohes Ideal setzte. Swami erwähnte, wie notwendig es ist, seine Pflicht zu erfüllen, und dass jeder, bis hin zur Ameise, seine Pflicht erfüllt.
Dann sprach Swami über Zorn. Zorn kann einen Menschen ruinieren, ist andererseits aber im weltlichen Leben bis zu einem gewissen Grad notwendig, man muss ihn nur in die richtige Richtung lenken. Man sollte mit Kindern nicht wütend sein. Wir sollten nicht unseren Feind hassen, sondern diejenigen, die uns vom Weg der Wahrheit und des Dharma abbringen und jene lieben, die uns auf diesen Pfad führen. Gewaltlosigkeit besteht darin, niemanden zu verletzen, weder in Gedanke, Wort noch Tat.

Wir müssen die fünf Sinne beherrschen und sie so verwenden, wie es gedacht ist. Nicht Gott gibt uns Gutes oder Schlechtes, sondern Freude wie Leid sind das Ergebnis und die Widerspiegelung unserer Handlungen. Gott ist nur der Zeuge. Wenn wir mit jemandem freundlich sprechen, wird uns freundlich geantwortet, wenn wir arrogant sprechen, arrogant. Die Welt reflektiert unsere inneren Gedanken. Wir sollten mit Unterscheidungsvermögen handeln. Man kann den Folgen seiner Handlungen nicht entkommen. Wir müssen unsere eigenen Fehler erkennen. Wichtiger als religiöse Rituale durchzuführen ist es, Geist und Gemüt zu kontrollieren und unsere Fehler zu bereuen und zu korrigieren. Swami ermahnte die Studenten noch mal im Besonderen, ihren Geist zu kontrollieren und ihn Gott darzubringen. Gott kann alles vollbringen. Mit dem Gefühl seiner Allgegenwart sollen sie ihre Pflichten erfüllen und sich einen guten Ruf erwerben. Frieden kann man nur durch Kontrolle der Sinne erlangen. Wenn jemand uns kritisiert, sollten wir erkennen, dass wir verschieden davon sind, wenn er uns schlägt, dass er nur unseren Körper schlägt. Swami brachte wieder das Beispiel von Draupadî, die von Schicksalsschlägen unberührt blieb und Gott weiterhin aus ganzem Herzen anbetete.
Auch wenn manche Rama und andere Krishna anbeten, Atman ist der allen Formen gemeinsame Name. Wir sollten an diese namenlose, formlose Göttlichkeit glauben und sie dann erfahren.

Im Gegensatz zu früher machte Swami an diesem Ugaditag keine Vorhersagen über das kommende Jahr.

Um 18.15 war das Programm beendet und Prasad wurde verteilt.

 Seither kommt Swami aus seiner Neuen Residenz zum Darshan gefahren. Für die Devotees, die es vorziehen, Swamis Darshan außerhalb der Halle zu haben, ist es ein Verlust, denn Swami ist jetzt von außen noch weniger zu sehen.

 Am 31.3. nachmittags führten Jugendgruppen aus Hyderabad und Visakhapatnam ihr Musikprogramm zu Ugadi auf. Am 1.4. morgens sang ebenfalls die Vizaggruppe in der Bhajanhalle. Am 2.4. machte Swami eine volle Runde im Rollsessel über den Darshanplatz. Die Gerüchte über Swamis baldige Abreise blühten, aber es galt als ziemlich sicher, dass Swami bis nach Ramas Geburtstag am 7.4. in Puttaparthi bleiben würde. Dennoch mehrten sich die Zeichen von Swamis bevorstehender Abreise. Am 4.3. rief Swami die Studenten, die nach Hause fuhren, in die Bhajanhalle, gab jedem Vibhutipäckchen, vielen Padnamaskar und sprach mit manchen. Oft fuhr Swami auf der Veranda herum und sprach mit den dort sitzenden Ärzten, Professoren, Gästen, Lehrern etc. Am 5.4. saß Swami morgens lange auf der Veranda und fuhr im Rollsessel zu seinem Haus zurück. Langsam verdichteten sich die Informationen, dass Swami die Keralajugendkonferenz, die vor dem Keralaneujahrsfest am 14.4. stattfindet, absagte und auf Mai verlegen ließ. Damit verringerte sich auch die Möglichkeit, dass Swami vor seinem bevorstehenden Kodaikanalaufenthalt erst nach Whitefield fährt, wie es früher üblich war.

 Am 7.4. wurde Ramanavami, das Fest von Ramas Geburt, gefeiert. Morgens gab es beim Darshan eine Überraschung: Ein Devotee hatte Swami ein neues Auto gebracht, einen kleinen roten Sportwagen mit schwarzem aufklappbarem Verdeck und ausschwenkbarem Sitz wie das derzeitige Darshanauto. An diesem Morgen stand das neue Auto gut sichtbar vor Swamis Neuer Residenz. Swami stieg in das Auto, dessen Verdeck geöffnet war, und fuhr unter lautem Klatschen durch die Darshanhalle…das Klatschen deshalb, weil Swami so für alle gut sichtbar war! Dann gaben Studenten der Musikhochschule ein Vina- und Musikprogramm.

 Unsere Hoffnungen, Swami würde künftig besser sichtbar in diesem Wagen zum Darshan kommen, erfüllten sich nicht. Swami versteckte sich nachmittags wieder im silbergrauen Toyota Porte. Nach einer Ansprache von „Puppet“ hielt Swami seine Ansprache. Swami betonte die Wirksamkeit und Bedeutung von Ramas Namen. Wir sollten diesen Namen niemals aufgeben. Rama wird als die Verkörperung von Dharma verehrt, und so widmete Swami weite Teile seiner Ansprache diesem Thema und dem Thema Satya, Wahrheit. Swami wies darauf hin, wie wichtig es sei, dass wir immer in der Wahrheit leben und die Wahrheit sprechen, und dass Unwahrheit die Ursache für unser Leiden sei. Was immer wir tun, Gott lächelt und ist der Zeuge…aber wir begegnen den Folgen unserer Handlungen. Swami sprach auch über Rama, Sita und Lakshmana. Am Ende ermahnte Swami die Studenten, die in die Ferien fuhren, sich an das Gehörte und hier Erlebte zu erinnern. 

Am 8. 4. gab Swami nochmals ausgiebigen Darshan. Nachdem er im Auto seine Runde über den ganzen Platz gedreht hatte, fuhr er im Rollsessel über die Veranda, verteilte Vibhutipäckchen und sprach mit den Devotees. Dann ließ Swami sich im Rollsessel auf der Frauenseite überall hin schieben, sprach vor allem mit den Lehrerinnen, nahm von manchen Devotees Briefe und wandte sich dann auf der Männerseite den Aschrammitarbeitern zu, ehe er wieder Richtung Veranda fuhr. Danach kam Swami nochmals im Rollsessel, diesmal in Eilgeschwindigkeit, auf die Frauenseite, ließ sich zu seiner Residenz schieben und von dort aus wieder im Rollsessel zurück in die Bhajanhalle. Dann fuhr er wie gewohnt nach Ende der Bhajans im Auto nach Hause. So hatten wir alle ausgiebig Gelegenheit, seine Form noch einmal in unser Herz aufzunehmen.

 Mittlerweile war allgemein bekannt, dass Swami am 9. morgens direkt von Puttaparthi aus nach Kodaikanal fliegen würde, d. h. Flug nach Madurai und von dort aus mit dem Auto nach Kodaikanal. Er hatte einige Gäste und ca. 20 Schüler und Studenten eingeladen, mit ihm zu kommen. Wie ihr vielleicht wisst, gehört das Grundstück von der Straße aus gesehen links von Swamis Haus mit den Cottages darauf mittlerweile auch Swami, und er hat dort Gästewohnungen. Zusätzlich wurden 30 Zimmer errichtet (Zahlenangabe ohne Gewähr), die allerdings angeblich noch nicht ganz fertig gestellt sind.

 Am 9. kam Swami morgens gegen neun Uhr in einem goldfarbenen Auto auf den Platz, winkte, fuhr auf die Veranda, nahm vom Auto aus Arati, und hob noch einmal segnend die Hand, ehe er davonfuhr. Wir fühlten uns wie die Gopis, die von Krishna verlassen wurden! Mit Ausnahme derjenigen natürlich, die sich sofort ins Auto setzten, um nach Kodaikanal zu fahren oder schon dorthin gefahren waren.

 Ich selber bin noch im heißen, aber wunderbar stillen Prashanti Nilayam und schreibe hier diesen Bericht. Wie mir meine „Detektive“ in Kodai mitteilten, traf Swami dort am 9. 4. um 4 Uhr nachmittags ein. Es war kühl und bewölkt. Swami kam am 10. wie am 11. morgens nur auf den Balkon und lief ein Stück die Rampe hinunter, fuhr aber nicht zum Darshan hinunter. Nachmittags ging er an beiden Tagen zu Fuß durch die Bhajanhalle. Heute Morgen, 12.4., saß Swami bei strahlendem Sonnenschein 45 Minuten draußen auf seinem Thron. Bisher war Swami noch nicht hinunter zu den Devotees gekommen, aber der Elektrowagen stand, Hoffnung machend, bereit. So gab es draußen bisher noch nicht die berühmten nahen, persönlichen Kodaisuperdarshans – aber das kann sich ändern! Auch die Studenten, die Swami mitgenommen hatte, sind nicht wie früher vier Mal täglich, sondern bisher nur zwei Mal, morgens und abends, mit Swami zusammen.

 

Alles Liebe und gesegnete Ostern

S. B.

 



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