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Narasimha, "Nara" =
Mensch "Simha" = Löwe;
gilt in der Auflistung der 10
Hauptavataras als der vierte Avatara Vishnus, dessen Form halb Mensch,
halb Löwe ist. |
Die Puranas, berichten über den Dämonenkönig mit dem
Namen "Hiranyakashipu" (Hiranya = "Gold"; Kashipu =
"weiche Federn" oder "Bett"; jener, der Gold und weiche
Betten liebt), der einst fast über das gesamte Universum geherrscht haben soll,
aber letztlich von Vishnu in seiner Erscheinung als Narasimha getötet wurde:
Schwere Entsagungen
und besondere Segnungen
- Nach jahrelanger extremer yogischer Entsagung wird
Hiranyakashipus Macht so groß, dass er das gesamte Universum stört. Die Devas
drängen Brahma, seiner Entsagung ein Ende zu setzen. So macht sich Brahma
vor ihm sichtbar. Hiranyakashipu bringt ihm seine achtungsvollen Gebete dar
und bittet ihn um die Gunst, unter folgenden Bedingungen nicht zu sterben
oder getötet zu werden:
- Durch kein von ihm (Brahma) geschaffenes Wesen.
- Weder innerhalb eines Hauses noch außerhalb
eines Haus.
- Weder am Tage noch in der Nacht.
- Weder auf dem Boden noch in der Luft.
- Weder durch einen Menschen noch durch ein Tier.
- Weder durch eine Waffe noch durch die Hand eines
lebenden oder leblosen Wesens.
- Weder durch einen Deva, einen Himmlischen, noch
durch einen Dämon (Asura).
- Zudem erbat er alle mystischen Kräfte (Siddhi),
Alleinherrschaft über alle Lebewesen und die herrschenden Gottheiten.
Brahma gewährte ihm die Segnungen, da er mit seinen Bußübungen zufrieden
war. (Bha. 7.3.35-38)
Hiranyakashipu will
seinen Sohn Prahlada töten
- In der falschen Gewissheit, durch Brahmas Segnungen
die Unsterblichkeit erlangt zu haben, beginnt Hiranyakashipu seine
Herrschaft über das gesamte Universum. Außer Brahma selbst, Shiva und
Vishnu untersteht jeder seiner Kontrolle.
- Als sein Sohn Prahlada seine Schulfreunde in der
Verehrung Vishnus unterweist, befragt er dessen Lehrer. Beide bestätigen
ihm, dass Prahladas Vishnu-Bhakti aus ihm selbst kommt, dass es niemanden
gibt, der ihn beeinflusst. Das kann der Dämonenkönig kaum glauben. Sein
Sohn, ein Verehrer Vishnus, seines Erzfeindes, der seinen Bruder Hiranyaksha
getötet hat? So lässt er seinen Sohn zu sich rufen. Als er die Wahrheit
erkennt, ordnet Hiranyakashipu augenblicklich die Hinrichtung seines Sohnes
an. "Dieser Junge ist der Mörder meines Bruders, er verließ seine
wohlmeinende Familie, um Vishnu wie ein Diener zu verehren. Genauso wie ein
krankes Körperteil amputiert werden muss, damit der Körper gesund leben
kann, muss in ähnlicher Weise ein feindlich gesinnter Sohn zum Wohl der
Familie getötet werden." (Bha.
7.5.35,37)
- So versuchten die dämonischen Gehilfen Prahlada zu
töten, indem sie ihn mit einem Dreizack aufspießten. Auf Prahlada, der
vollkommen in Meditation über Vishnu versunken war, hatten die Waffen keine
Wirkung. So warf man ihn unter die Füße riesiger Elefanten, dann mitten
unter furchterregende Schlangen, man stürzte ihn von einem Berggipfel, warf
riesige Steine auf ihn, gab ihm Gift zu essen, man ließ ihn hungern, setze
ihn den Naturgewalten aus, doch sein Sohn war nicht zu töten.
- Seine Unfähigkeit, ihn töten zu können, versetzte
Hiranyakashipu in Angst. Nicht wissend was zu tun ist, lässt er seinen Sohn
wieder von seinen dämonischen Lehrern unterrichten.
- Prahlada unterweist weiterhin seine Kameraden, die Söhne
anderer Dämonen, in der Verehrung Vishnus. Diese finden mehr und mehr
Gefallen daran. Den Lehrern bleibt das nicht verborgen und angsterfüllt
wenden sie sich erneut an Hiranyakashipu, um ihn über die bedrohliche
Situation zu unterrichten.
Narasimhas
Erscheinen
- Hiranyakashipu wird so zornig, dass er am ganzen Körper
zittert. Unwiderruflich beschließt er, seinen Sohn zu töten. "Du
Schurke, wenn ich zornig werde erzittern alle Welten mitsamt ihren Führern.
Durch welche Kraft bist du so dreist geworden, dich furchtlos meiner
Herrschergewalt zu widersetzen?" Prahlada erwiedert: "Mein
lieber König, meine Kraft stammt aus der gleichen Quelle wie deine Kraft.
Alle Kräfte kommen aus demselben Urgrund. Ohne ihn kann niemand Stärke
erlangen. Sei es Brahma oder ein unbedeutendes Wesen, alle unterstehen der
Kontrolle seiner Macht." "Oh du Unglückseliger"
sprach Hiranyakashipu, "du hast immer von einem höchsten Wesen
gesprochen, das alldurchdringend über alles herrscht. Wo ist er jetzt?
Befindet er sich etwa in dieser Säule hier? Du sprichst viel Unsinn, daher
werde ich dir jetzt den Kopf vom Körper trennen. Ich möchte nun sehen, wie
dich dieser Hari (Vishnu) beschützt." (Bha 7.8.6-7/12-13)
- Der mächtige König Hiranyakashipu beschimpft
seinen Sohn, greift mit einer Hand wutentbrannt zum Schwert und schlägt mit
der Faust voll ohnmächtigem Zorn gegen die Säule. "Daraufhin
erklingt aus der Säule ein beängstigendes Grollen. Es klingt, als ob jeden
Augenblick das Universum zerspringen würde. Das Grollen dringt bis zu den
Halbgöttern, die denken: 'Nun werden unsere Planeten zerstört.'
Hiranyakashipu, der gerade seinen Sohn töten will, hört dieses gewaltige
Geräusch, ein dröhnender wunderbarer Klang, der noch von niemandem gehört
wurde. Die anderen Dämonen fürchten sich. Keiner von ihnen kann die Quelle
des Grollens finden. Um Prahlada zu beschützen und seine Worte über seine
Allgegenwart zu bestätigen, manifestierte der höchste Herr Vishnu
innerhalb der Säule seine wunderbare Gestalt, die weder Mensch noch Löwe
war. Während Hiranyakashipu umherblickt, tritt die erstaunliche Gestalt
Narasimhadevas aus der Säule hervor." (Bha 7.8.15-18)
- Narasimha spielt mit Hiranyakashipu, wie eine Katze
mit einer Maus. Als die Dämmerung hereintritt, packt er ihn, setzt sich auf
die Schwelle des Palastes und legt sich Hiranyakashipu auf seinen Schoss und
zerreißt ihn mit seinen diamantharten Nägeln.
- Alle Segnungen Brahmas konnten ihn nicht vor seinem
Tod bewahren. Er starb nicht am Tag und auch nicht in der Nacht, weder durch
einen Menschen, noch ein Tier, noch einen Deva (sondern durch Vishnu, der
auch Devadeva, Gott der Götter genannt wird). Er starb weder auf Erden,
noch in der Luft, weder innerhalb noch außerhalb seines Palastes, weder
durch eine Waffe noch durch eine belebte oder unbelebte Hand.
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