Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein - Loka Samasta Sukino Bhavantu

 

Sadhana - 

Die spirituelle Praxis

 

 

Aussagen Sai Babas
über Klang, Stille und Meditation

 

 

Wirkliche Meditation ist völliges Aufgehen in Gott als dem einen Gedanken,
dem einen Ziel - Gott,
nur Gott, nur Gott allein.
Denke Gott, atme Gott, liebe Gott, lebe Gott.
Hislop, S. 134

 

 

Die Meditation verhilft dem Menschen zu der Erkenntnis,

daß das göttliche Selbst (âtman) in ihm wohnt.

Sie schenkt den Schülern des spirituellen Weges die Fähigkeit,

die Hüllen der Unwissenheit Schicht für Schicht abzuwerfen. 

Sie lösen ihre Sinneswahrnehmungen ab von der konkreten Berührung mit der Welt.

Quelle: Dhyana Vahini

 

 

Bewahrt euch geistige Gesundheit durch inneres Unbeteiligtsein.

Bewahrt euch auch körperliche Gesundheit. Krankheit kann für den spirituellen Aspiranten sehr lästig, ja, ein großes Hindernis sein. Der Körper weigert sich, vernachlässigt zu werden. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf sich, wenn er krank ist. Der Körper ist das Fahrzeug. Die Sinne sind der Steuermechanismus: Um damit fahren zu können, braucht ihr spirituelle Übungen (sâdhana) als Treibstoff.

(Sadhana - Der Weg nach Innen)

 

Um das Göttliche erreichen und verstehen zu können,

müßt ihr den Sadhana-Pfad (den Weg nach Innen) gehen

und euch dem Göttlichen entsprechend verhalten.

(Sadhana - Der Weg nach Innen)

 

Ein Leben in Sadhana ist ein Leben für Gott.

Alle Gedanken, Worte und Taten werden dem Herren dargebracht.
Das Denken dreht sich um ein Zentrum - Gott.
Die Konzentration muß stark und stetig sein.

Warum ist das so schwierig für euch?
Der Grund dafür ist,
daß euch die tiefe sehnsuchtsvolle Bindung, die echte Liebe zu Gott, fehlt.
Fahrt fort mir euren Übungen.

Mit Ausdauer ist es möglich, das Ziel zu erreichen.

(Sadhana - Der Weg nach Innen)

 

 

OM

ist der Urlaut, aus dem der Kosmos erwuchs.

Es besteht aus den drei Klängen A, U, M.

Alle Klänge sind im OM enthalten, ...

So repräsentiert das OM alle Wörter, die Gott in allen Sprachen und zu jeder Zeit beschreiben.

Das OM mündet in der Stille;

so wie die Beschreibungen Gottes auch in der Stille enden.

Das Rezitieren des OM läßt schließlich die Stille erreichen,
genau wie die Kontemplation über den formhaften, attributvollen Gott
schließlich zum Erreichen des Universal Absoluten führt.

 

 

Frage: Wie wird das „OM" richtig gesungen?

Sai:

Der Laut „OM" besteht aus A - U - M. Das „A" beginnt leise in der Kehle, es ist die Erde. Das „U" bildet sich im Mund, und der Ton schwillt an. Das „M" wird von den Lippen geformt, und der Ton verebbt. Wie ein Flugzeug, das man von weitem hört, das lauter wird, wenn es näher kommt und dann wieder in der Ferne verschwindet. „A" ist die Welt, „U" der Himmel, „M" ist das Göttliche jenseits der Sinne.

Frage: Angenommen, die richtige Aussprache gelingt einem nicht?

Sai:

Die Aussprache ist nicht so wichtig, wenn Liebe da ist. Liebe ist das Band, das Mutter und Kind verbindet. Wenn das Kind schreit, ist es der Mutter gleichgültig, ob der Schrei unharmonisch ist. Sie eilt zu dem Kind und umsorgt es. Die „Göttliche Mutter" ist überall. Swami ist hier, aber die „Göttliche Mutter" ist überall, damit hat jeder die gleiche Chance. Sobald jemand beginnt, sich nach Gott zu sehnen, ist Gott-Mutter da und antwortet mit Gnade. Liebe ist in all dem das wichtigste Element. Hingabe an Gott bedeutet, Gott zu lieben. Das wirkliche „OM" schwingt aus sich selbst heraus. Es strömt durch die beiden Nasenlöcher, hinauf in das Stirnzentrum und aus den Ohren in die Welt wie die Sendung einer Rundfunkstation. ... „OM" ist überall, im Geist, auf der Zunge, im Herzen usw. Erzeuge „OM" erst mit der Zunge und dann im Geist.

(Hislop, S. 97 - 99)

 

 

Es gibt viele die behaupten, daß nur einige wenige das Pranava (OM) rezitieren dürfen und alle anderen dazu nicht berechtigt seien.

Das ist nicht wahr.

Diese falsche Behauptung kommt von denen, die die Wahrheit nicht kennen.
Sie entspringt einem irrigen Glauben.

Sathya Sai Baba: Sadhana - Der Weg nach Innen

 

 

Es gibt drei Arten von Klang:

Die erste Art Klang entsteht beim Fallen von Gegenständen, beim Abbrechen oder Schmelzen. Dies umfaßt alle Klänge der gegenständlichen Welt; Regen und Donner, gluckernde Bäche, Vulkane, Erdbeben und ähnliches, selbst das Tropfen des Taus auf ein zartes Rosenblatt, oder wenn ein Federchen aus dem Flügel eines Vogels durch die Luft segelt!

Die zweite Art ist das gesprochene Wort: Es trägt eine bestimmte Bedeutung und ist mit der Absicht ausgestattet, zu informieren, anweisen oder inspirieren. Es ist der Fluß des Herzschlages von einem Herzen zum anderen.

Die dritte Art ist der Klang der Stille. Taucht man in die Tiefe der Stille ein, so hört man das ursprüngliche kosmische OM, pranava, das von prana ausgeht oder der lebendigen Schwingung, die das Universum erfüllt.

Um diesen Klang zu hören, muß man so nah wie möglich an das Innerste des Seins herankommen.
Deshalb heißen die Upanishaden so; es zwingt dich nah heran zu gehen, tief zu graben, den Grund des Sees zu erforschen.

Sathya Sai Baba

 

Die Stille, die äußere Klänge umgibt, ist Gott.
Im Inneren dieser Stille ist der ewige Klang des
OM.
Es gibt nur einen Klang und das ist
OM.
Jeder andere Klang entsteht aus
OM.

(Hislop, S. 82)

 

Om Sai Ram

Stille ist nichts, das man beschließen könnte,

sie ist immer da.

Stille ist der endlose Fluß des reinen

Gottes in euch, in die Welt.

Sathya Sai Baba
Quelle: Meditation

 

Muka ist der Laut der Stille.

Wenn man in die Tiefe dieses Schweigens taucht,
hört man sich selbst, den kosmischen Urlaut, das OM,
das dem Leben entspringt oder die Grundschwingung, die das Universum erfüllt.

(Sadhana - Der Weg nach Innen)

 

Hislop:

Baba, ich bin so müde, so ohne Energie. Wie kann ich Energie bekommen?

Sai:

Energie kommt durch die Auslieferung an Gott. ... Energie kommt, wenn das Herz sich ausdehnt. Ein kleines, verschlossenes Herz hat keine Energie. Wenn Baba im Herzen erkannt wird, dehnt sich das Herz aus. Der Körper ist der Tempel, das Herz ist der Thron, auf dem Gott sich niedergelassen hat.

(Hislop, S. 100)

 

Es gibt zwei Wege,

das höchste Ziel zu erreichen:

 

Gebet    und    Meditation

Im Gebet seid ihr Bittsteller zu Füßen Gottes.

Die Meditation veranlaßt Gott, zu euch herabzukommen, und inspiriert euch, zu Ihm aufzusteigen.
Anstatt dem einen eine niedere und dem anderen eine höhere Stellung zuzuweisen, vereinigt Meditation euch mit Gott.

Obwohl ihr durch Gebet dasselbe Ergebnis erzielen könnt, ist Meditation die königliche Straße zur Erlösung. Sie verlangt Herrschaft über die Sinne und Konzentration. Seht vor eurem inneren Auge die Form, die ihr als Gegenstand eurer Konzentration erwählt habt, oder meditiert über das Licht in Form einer ruhig leuchtenden Flamme. Stellt euch vor, daß sich dieses Licht nach allen Seiten ausbreitet, in euch hineinflutet, alles umfaßt und erfüllt, bis letztlich nichts anderes mehr existiert als das Licht. Im Glanz dieses alles umhüllenden Lichts werden Haß und Neid, die verderbenbringenden Kinder der Dunkelheit, aufgelöst.

Seid euch bewußt, daß es dieses Licht ist, das in jedem brennt. Selbst in dem, den ihr als euren ärgsten Feind betrachtet, leuchtet im tiefsten Innern des Herzens dasselbe Licht.

Sadhana - Der Weg nach Innen, S. 103

 

Eintritt und Anleitung zur Lichtmeditation:

Quelle: Sadhana, Seite 103

 

In jedem Gotteshaus brennt eine ewige Flamme.
Wo Licht ist, gibt es keine Fledermäuse.

Wo Dunkelheit herrscht, kommen sie in Scharen und beschmutzen den Ort. Wenn ihr die Flamme guter Gedanken nicht im Tempel eures Körpers anzündet, dann werden Fledermäuse ihn beschmutzen, und es wird finster und dunkel darin sein. Ihr müßt darauf achten, daß diese heilige Flamme für immer brennt. Entzündet die Flamme der Liebe, der Weisheit und der Hingabe in eurem Herzen. Solange ein strahlendes Licht in diesem Schrein brennt, werden die Fledermäuse oder schlechten Tendenzen nicht über dessen Schwelle kommen.

(SB, S. 155/6)

 

Übt euch in der Meditation.

Lernt durch diese Übung, eure Sinne zu meistern, praktiziert sie stetig, regelmäßig und systematisch, immer zur gleichen Zeit, am selben Ort, ohne dem Wechsel eurer Launen zu folgen. Das regelmäßige Einhalten einer bestimmten Methode ist für diese Übung von größter Bedeutung. Haltet euch streng daran. Ändert sie nicht je nach eurer Stimmung, denn das hat negative Folgen. Meditation wird keine Früchte tragen für die, die zuviel essen und durch den Vorgang der Verdauung müde werden; für die, die zuwenig essen und dadurch erschöpft sind; für die, die zuviel oder zuwenig schlafen; für die, die meditieren, wie es ihnen gerade paßt (das bedeutet: an einem Tag für viele Stunden, weil sie nichts anderes zu tun haben, und nur für wenige Minuten, wenn sie sehr beschäftigt sind); für die, die das Feld den inneren Feinden (Verlangen, Zorn usw.) überlassen; für die, die ihren Eltern und besonders ihrer Mutter keine Freude machen und mehr als alles andere für die, die zweifeln und nicht bedingungslos an Gott und den Guru glauben, den sie gewählt und für den sie einen Platz in ihrem Herzen bereitet haben.

Für die Meditation spielt die Zeit eine entscheidende Rolle.

Ihr müßt euch für eine Form, über die ihr meditieren wollt, entscheiden und dann in der Zeitspanne, die "Brahma Muhurta" genannt wird, nämlich von drei Uhr bis sechs Uhr morgens, jeden Tag zur selben Zeit, darüber meditieren

(Sadhana - Der Weg nach Innen)

 

Eine halbe Stunde am Morgen
und eine halbe Stunde am Abend zu meditieren, ist genug

Wenn man den ganzen Tag meditiert, verliert man nach einigen Jahren die Freude daran. Die spirituellen Übungen sollten abwechslungsreich sein, damit das Interesse wachgehalten wird: Singen von religiösen Liedern (bhajan), Rezitieren des Namens des Herrn, Kontakt mit spirituellen Menschen usw. Es ist so wie im täglichen Leben: Abwechslung macht den Tag interessant.

(Hislop, S. 142/3)

 

Durch Meditation (dhyâna) werdet ihr euch der Allmacht und Allgegenwart Gottes bewußt.

Wißt ihr nicht aus eurer eigenen täglichen Erfahrung, daß ein größeres Übel euch ein kleineres vergessen läßt? Wenn ihr euer Denken ganz auf Gott ausrichtet, nach Ihm verlangt und euch nach Ihm sehnt, dann werden alle geringeren Wünsche und Enttäuschungen, ja sogar Erfolge verblassen und zur Bedeutungslosigkeit herabsinken. Ihr werdet sie vergessen. Sehr bald werden sie in dem Verlangen nach Gott und im Meer göttlicher Glückseligkeit untergehen.

(Sadhana - Der Weg nach Innen, S. 97/8)

 

Ihr fragt, wie ihr meditieren sollt.

Zusätzlich zu der Meditation, die ihr für euch allein durchführt, ist es gut, nach dem Singen von „bhajans" zehn oder fünfzehn Minuten zu verweilen, die Gedanken zu sammeln und über Gott, den ihr soeben gepriesen habt, zu meditieren. Ihr könnt auch über die Flamme der Kerze vor euch meditieren, mit ihr euer inneres Bewußtsein erleuchten und mit ihrem Licht die ganze Schöpfung erfüllen. Meditation heiligt alle Handlungen und führt zur Beherrschung der Gedanken. Ihr könnt euch Gott, den ihr mit euren Liedern besungen habt, im Glanz des strahlenden Lichts vorstellen. Diese Gruppenmeditation nach dem Singen bereitet den Boden für die Einzelmeditation im eigenen Heim. Ihr werdet Geschmack daran finden, euch mehr Zeit dafür nehmen, und der Frieden, der euch dabei erfüllt, wird tiefer werden. Ich bestehe auf der Meditation als unerläßlichen Bestandteil spiritueller Übungen für jeden Angehörigen dieser Organisation.

 

Langsam aber sicher - macht das zu eurem Leitspruch!

Macht euch eure spirituellen Übungen zu einer Gewohnheit, haltet euch an einen Zeitplan. So wie der Arzt eine bestimmte Menge einer Medizin verschreibt und euch warnt, daß weniger nicht hilft und daß mehr schädlich ist, so müßt ihr auch ein bestimmtes Maß für eure spirituellen Übungen haben. Übertreibt sie nicht, aber vernachlässigt sie auch nicht. Der Arzt sagt euch auch, wie oft und zu welcher Zeit die Medizin genommen werden muß, um wirksam zu sein. So müßt ihr auch für die Meditation und die Konzentration auf Gott bestimmte Zeiten einhalten.

(Sathya Sai Baba Spricht Bd.2)

 

 

Du solltest es jedoch vermeiden, deinen spirituellen Weg mit anderen zu diskutieren,

denn jedem erscheint der eigene als der beste. Wenn du jemanden, der einen anderen Weg geht als du, nach seiner Ansicht über Namensrezitation und Meditation fragst, wird er diese Praktiken gewiß als minderwertig bezeichnen und wenig respektvoll darüber reden. Er wird von oben herab sagen, es seien sehr primitive Methoden und du seiest wohl noch ein Anfänger. Am Ende wirst du an der Richtigkeit deines Weges zweifeln. Was dir vorher Freude bereitete, verursacht dir nun Kopfweh, und Widerwille tritt an die Stelle von Liebe und Begeisterung. Wäge es daher nur in deinem eigenen Innern ab, welchen Weg du gehen willst. Du kannst auch die Menschen befragen, welche den Nektar des Namens gekostet haben, und sie bitten, dir von ihren persönlichen Erfahrungen zu erzählen.

Streite nicht mit jedem, der dir über den Weg läuft, über diese Dinge!

Die Zeit, die du auf solche Gelegenheitsdebatten verwendest, solltest du lieber dafür nutzen, deine innere Freude voll zur Entfaltung zu bringen, indem du dir immer wieder den Namen Gottes in Erinnerung rufst und über Seine Form meditierst! Das bloße kritische Abwägen der Frage, welcher Weg wohl der bessere sei, endet nur darin, daß du verunsichert wirst und dadurch alle bisherigen Bemühungen zunichte machst. Solange bis du vollkommen sicher bist, sollst du den Namen Gottes ständig in deinem Gedächtnis behalten und ihn beharrlich und unbeirrt wiederholen. Bleibe dabei für dich oder suche die Gemeinschaft anderer Gottliebender, dann kann dich nichts ins Wanken bringen. ...

Wie viele verschiedene Wege es zur Gottesverwirklichung auch geben mag - keiner ist so einfach wie dieser.

(Dhyana Vahini, S. 57 - 59)

 

 

Empfehlenswerte Bücher zu den genannten Themen:

Sathya Sai Baba: Der Weg nach Innen (Sadhana), ISBN: 3-924739-15-3, Euro 7,50
Sathya Sai Baba: Meditation, ISBN: 3-924739-76-5, Euro 5,--
Sathya Sai Baba: Besinnung auf Gott (Dhyana Vahini), ISBN 3-924739-32-3, Euro 7,50
Hislop: Gespräche mit Sathya Sai Baba, ISBN: 3-924739-02-1, Euro 6,--

 

 

Gayatri - Das allumfassende Gebet  

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