Rechtschaffenheit / Rechtes Handeln

Dharma

 

 

Wahrheit in Aktion ist Rechtschaffenheit

Die Aktion findet auf der physischen Eben statt und hinter jeder Handlung steht ein Gedanke. Wenn dieser Gedanke vom menschlichen Willen herrührt, im Gegensatz zu den menschlichen Wünschen, wird die daraus resultierende Handlung rechtschaffen sein.

Hierbei ist es entscheidend, die Unterscheidung zwischen Wille und Wunsch zu verstehen. Der Wille ist der ungefärbte Teil der Übereinstimmung, mit der Wahrheit zu handeln. Im Unterschied dazu steht der Wunsch, der eine Handlung bestimmt. Sehr häufig entspringt der Wunsch einer kurzsichtigen Annahme oder auch Einbildung.

Das Kind muß ermutigt und gefördert werden solche Impulse zu ignorieren. In Wirklichkeit ist es der Wille, es zu schaffen, der allem Übrigen vorangeht.

Um sicherzustellen, daß Rechtschaffenheit zur Lebensweise eines Menschen wird, muß die Erziehung und Einübung schon im Kindesalter beginnen. Diese Fähigkeit wird im Kind durch eine grundlegende Ausbildung in einigen wichtigen Fertigkeiten entwickelt.

Sathya Sai Education in Human Values

 

Tatenlos zusehen heißt mitschuldig werden

Die Menschen sind verblendet und dem Materialismus verhaftet. Sie messen allem einen Nutzwert bei. Das ist der Grund, weshalb sie das Göttliche, das allem in gleichem Maße innewohnt, absondern, reduzieren und somit herabwürdigen. Das ist auch der Grund, weshalb die Wahrheit, die das Wesen der Göttlichkeit ist, nicht verstanden wird. Infolgedessen ist der Mensch nicht mehr imstande zu unterscheiden, was rechtes Handeln ist und was nicht.

Nur ein Land, in dem die göttlichen Werte der Rechtschaffenheit und des Friedens hochgehalten werden, kann wahrhaft blühen und gedeihen.

Die Menschen vergehen sich heutzutage gegen das Gesetz des Dharma (der Rechtschaffenheit und Sittlichkeit) und handeln jeglicher Moral zuwider. Sie gründen ihr Leben auf A-dharma (Unrecht, Skrupellosigkeit und Zügellosigkeit) und verursachen dadurch auf der ganzen Welt Mißstände und Probleme. Und die Großen und Einflußreichen dieser Welt sehen dabei zu. Niemand von den Gelehrten, den Wissenden und den Regierenden scheint imstande zu sein, etwas an den Zuständen zu ändern. Niemand ist offenbar bereit, sich dagegen zu wehren und offen zu sagen, daß solches Verhalten A-dharma, das Gegenteil von Rechtschaffenheit ist. Aus diesem Grund verlieren sie immer mehr an Autorität und Befähigungen und büßen ihr vernünftiges Urteilsvermögen ein. Menschen, die alles passiv mit ansehen, sind vielleicht selber nicht gerade a-dharmisch, aber durch ihr Stillschweigen unterstützen sie A-dharma.

Alle, die die schlechten Machenschaften anderer passiv dulden, zählen selbst auch zu den Schlechten. Sie werden mit ihnen gemeinsam die gleichen Folgen zu tragen haben.

Schlechte Gesellschaft verführt die an sich guten Menschen dazu, unrechtes Handeln zu dulden. Ein alltägliches Beispiel zeigt uns, was mit solchen Menschen geschieht: Wenn uns nachts eine Mücke plagt, greifen wir zum Insektenspray, um uns von ihr zu befreien. Dabei geht zwar die eine Mücke zugrunde, aber mir ihr auch eine ganze Reihe weiterer Mücken und anderes Ungeziefer! Nicht nur der eine Verantwortliche muß sterben, sondern auch alles andere in seinem Umkreis!

Das gilt auch für die Menschen:

Wenn wir unrechte Handlungen nicht in Schach halten,
haben wir teil an der Verderbtheit derer, die sie ausführen
und werden mit ihnen die Früchte teilen, die sie ernten.

 

Gott wird all jene zur Rechtschaffenheit ziehen, die sich den Schlechten nicht in den Weg gestellt haben und wird ihre a-dharmische Handlungsweise als Unrecht aburteilen. Niemand wird sich auf Unwissenheit oder Unbeteiligdsein herausreden können. Er wird vielmehr fragen: Du, der du um die Dinge weißt, warum bist du dem, was du als schlecht erkannt hast, nicht entgegengetreten, wann immer du ihm begegnet bist? Warum hast du die anderen nicht die Wahrheit gelehrt, die dir bekannt ist?

Diese eigentümliche Schwäche in euch - das Hinnehmen der Verfehlungen anderer - wird euch dahin führen, daß ihr die Folgen der üblen Taten miterleiden müßt.

Nur wenn ihr euch allem Unrecht und allen Schandtaten, die wir heute innerhalb der Gesellschaft erleben, entgegenstellt, könnt ihr mit Recht sagen, daß ihr euren Teil zum Dharmasamsthapana (der Wiedereinführung der Rechtschaffenheit) beitragt.

Ob es sich um Verwandte, Freunde oder eure eigenen Kinder handelt:

Wenn sie Unrecht begehen, müßt ihr Einspruch erheben, die Dinge richtig stellen und die Betreffenden dazu anhalten, daß sie ihr Verhalten bessern. Sonst werdet ihr automatisch in den ganzen Prozeß der Schuld und ihrer Folgen mit einbezogen.

- Sathya Sai Baba -
Quelle: Sathya Sai Briefe Heft 21

 

 

Das Dharma der Frau

 

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