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Der Altarbrand
Im Februar letzten Jahres gelobte ich, das Rauchen aufzugeben, wenn es im Oktober mit der Reise zu Sai Baba klappen würde. Am 18. September telefonierte ich mit einem guten Freund. Wir sprachen über das bevorstehende Wochenende - irgendwie war ich ein bisschen mutlos und unzufrieden .... Er meinte: "Wenn du nach Feierabend zu Hause bist, dann pfeifst du einfach ein paar Bhajans, dann geht dir gleich alles leichter von der Hand!" Zu Hause angekommen, sang ich tatsächlich das halbe Bhajan-Buch durch. Dann putzte ich meine Wohnung, richtete den Hausaltar wieder her mit einer neuen Decke und frischen Blumen und zündete eine neue Kerze an. Während der letzten Wochen hatte ich mehrfach versucht, das Rauchen aufzugeben, dann aber sogar eine zuvor auf dem Hausaltar geopferte Schachtel Zigaretten eine nach der anderen leer geraucht. Ich litt sehr unter dieser Sucht und dem Unvermögen, damit Schluss zu machen. Den ganzen Abend über hatte ich nicht geraucht, weil die Schachtel schon im Büro leer geworden war und ich mir vorgenommen hatte, wenigstens bis zum anderen Morgen nicht zu rauchen. Als nun die ganze Wohnung blinkte, der Hausaltar in neuer Frische strahlte und ich mir ein gutes Abendessen gegönnt hatte, wurde das Verlangen nach einer Zigarette plötzlich unerträglich. Ich holte das Kleingeld, das für solche Fälle immer bereit lag, und ging zur Tür. Beim Hinausgehen betete ich: "Swami, bitte hilf mir. Ich kann die Raucherei einfach nicht mehr ertragen. Wenn dies der richtige Moment ist, um mit dem Rauchen aufzuhören, dann gib mir bitte ein Zeichen!" Als ich die Wohnungstüre aufschloss, durchfuhr es mich: "Der Altar brennt!" Ich versuchte, die schon etwa 20 cm hohen Flammen auszupusten, merkte dann aber, dass es aussichtslos war. Ich rannte in die Küche, holte einen Eimer Wasser und schüttete es über die Flammen. Das Feuer war sofort gelöscht und ich betrachtete den Schaden. Das Foto von Baba, das an der Rückwand eines Schrankes hing, vor dem der Altar steht, und drei Päckchen Vibuthi, die auf dem Altar gelegen hatten, waren unversehrt, während der Schirm einer Lampe, die über dem Foto auf dem Schrank gestanden hatte, vom Feuer angeschmolzen war! Ein Foto vom Puja-Raum in Shrirangapatnam war unbeschädigt geblieben. Erwischt hatte es den kleinen Blumenstrauß, den ich frisch aufgestellt hatte. Das Zentrum des Brandes aber befand sich in jener vor Wochen geopferten und dann doch noch leergerauchten Zigarettenschachtel, auf die die umgekippte Kerze gefallen war. Sie war ganz verkohlt. Ich beseitigte alle Spuren von Feuer und Wasser und schmückte den Altar wieder neu. Dann setzte ich mich vor den Altar und rauchte eine Zigarette, während mich Baba anschaute. Schließlich legte ich die Schachtel mit den restlichen Zigaretten auf den Altar und wusste, dass ich nicht mehr rauchen kann, ohne mich vor Ihm in Grund und Boden zu schämen. Als ich am 23. Oktober an Bord der Air India die Disembarkation Card ausfüllte, musste ich das Ausstellungsdatum des Visums eintragen: 18. September 1987. Nach der Rückkehr von meiner ersten Reise zu Swami habe ich die Zigarettenschachtel in den Mülleimer geworfen. Danke, Baba. Ch. Rennebaum |