Gewaltlosigkeit
Ahimsa
ist die schönste Blume ...
und die höchste Tugend ...
Die Grundlage von Gewaltlosigkeit ist Liebe
Praktizierte Gewaltlosigkeit ist das Begreifen der Einheit aller Wesen
Gewaltlosigkeit
bedeutet,
keinem lebenden Wesen irgendein Leid zuzufügen,
weder durch Gedanken, Worte noch Taten.
Die
Impulse des Herzens richtig zu verstehen,
das ist Gewaltlosigkeit
Wir
sollten versuchen,
keinem Lebewesen bewußt und absichtlich Leid
zuzufügen.
Das ist Ahimsa.
Tut Gutes denen, die euch verletzen.
Wie der Regenbogen Dharma
hat sieben Aspekte, so wie der Regenbogen sieben Farben
enthält. Alle diese Facetten des Dharma sind zum Schutz des Einzelnen und zum Wohl der Allgemeinheit niedergelegt worden. |
Wenn ein
Schwächling sich im Kampf nicht wehrt,
ist es keine Gewaltlosigkeit, sondern Feigheit.
Wenn ein
Starker sich im Kampf nicht wehrt,
so ist es Gewaltlosigkeit.
- Mahatma Gandhi -
Verursacht keinen Schmerz
Gewaltlosigkeit
heißt nicht nur, daß man kein lebendes Wesen verletzen sollte.
Man sollte nicht einmal durch ein Wort, einen Blick oder eine
Geste verletzen.
Toleranz, Seelenstärke, Gleichmut - diese Eigenschaften erleichtern es euch, in bezug auf Ahimsa standhaft zu sein. Sie werden alle Möglichkeiten aus dem Weg räumen, bei denen ihr andere verletzen könntet.
Siehe das Gute
Wir glauben im allgemeinen, daß Gewaltlosigkeit bedeutet, kein Lebewesen zu verletzen.
Doch Ahimsa ist mehr.
Sogar Schlechtes sehen, Schlechtes hören, Schlechtes sprechen ist Gewalt (Himsa).
Ihr
dürft nicht einmal den Wunsch hegen,
einem anderen zu schaden oder ihn zu demütigen.
Ärger kann nur durch Nachsicht besiegt werden
Du kannst
Ärger nicht mit Ärger zerstören.
Grausamkeit nicht mit Grausamkeit, Haß nicht mit Haß.
Ärger kann nur durch Nachsicht besiegt werden; Grausamkeit kann nur durch Gewaltlosigkeit überwunden werden. Haß ergibt sich nur der Wohltätigkeit und dem Mitgefühl.
Die Tugend des Ertragenkönnens
Was immer ihr fühlt und denkt, wird sich in eurer Ausdrucksweise und eurer Art zu handeln niederschlagen. Zuallererst müßt ihr eure Gefühle reinigen. Macht eure Liebe rein. Dazu müßt ihr die Tugend des Ertragenkönnens entwickeln, jene heitere Gelassenheit und jene Zurückgenommenheit, die unter allen Umständen gewahrt werden muß und durch die ihr allen Gutes tut - auch denen, die euch schaden wollen. Es gibt nichts Größeres als diese Fähigkeit des Ertragenkönnens und Erdulden. Sie ist gleichbedeutend mit der Wahrheit selbst, sie ist das Herz der Rechtschaffenheit, die Essenz der Veden.
Erduldenkönnen
ist praktizierte Gewaltlosigkeit,
Zufriedenheit,
Selbstgenügsamkeit, Erbarmen
- wahrhaft alles in den drei Welten. Nur nachdem ihr gelernt habt, geduldig ertragen zu könne, werdet ihr imstande sein, den Herren zu erreichen.
Bhagavad Gita
Die Wirkung der Gedanken
Wenn
jemand ständig Schlechtes von anderen denkt,
schadet er wohl
diesen anderen, mehr aber noch sich selbst!
Die
Wirkung der Gedanken kann man jederzeit am Gesicht eines Menschen
ablesen.
Der menschliche Geist besteht aus der gedanklichen Aktivität -
aus der Aufeinanderfolge auftauchender und wieder verschwindender
Gedanken. Aber es ist nicht so, daß sie nur kommen und gehen.
Sie hinterlassen eine dauerhafte Spur in der Gedankensubstanz des
Menschen. Deshalb sollten wir niemals negativen, schlechten
Gedanken nachgeben, sondern immer das Wohlergehen aller im Sinn
haben und allen nur Gutes wünschen.
Gebraucht
niemals Worte,
die das Gefühl eines anderen Menschen verletzen könnten !
Was können wir geben ?
Das Ideal sollte sein:
Die Hände widmen sich harter Arbeit, der Kopf widmet sich dem Dienst am Nächsten und das Herz ist erfüllt von Mitgefühl.
Vivekananda forderte die Studenten auf, Mitgefühl zu entwickeln. Niemand sollte durch unsere Worte oder Taten Leid oder Schmerz erleiden. Denn wenn ein anderer Mensch durch uns verletzt wird, wird im Grunde unsere wahre Natur als Mensch beleidigt und verletzt. Heutzutage wird nur dem Ego und dessen Wünschen Aufmerksamkeit geschenkt, dies muß geändert werden.
Nicht was wir von anderen erhalten könnten, sondern was wir anderen geben können, muß unser wichtigstes Anliegen sein.
Der Dieb und der Arzt
An der
Hand eines diabetischen Patienten hat sich ein Geschwür
entwickelt. Der Arzt schlägt vor, die Hand zu amputieren, weil
sich andernfalls der Wundbrand auf den ganzen Körper ausbreiten
könnte. Um das Leben des Patienten zu retten, amputiert der Arzt
die Hand.
In einem anderen Fall trägt eine Person ein schönes goldenes
Armband am Handgelenk. Ein Dieb will das Armband stehlen, kann es
jedoch nicht über die Hand streifen. Kurz entschlossen schlägt
er die Hand seines Opfers ab und rennt mit dem Armband davon.
Hier seht ihr, daß beide, der Arzt und der Dieb, das Messer
benutzten, um die gleiche Handlung durchzuführen. Der Arzt aber
hat es getan, um zu helfen und zu retten, der Dieb jedoch, um
sich zu bereichern.
Wenn ein Dieb dir die Hand abschneidet, ist des Gewalt; wenn der Arzt sie amputiert, rettet er dir das Leben und deshalb ist es Gewaltlosigkeit (Ahimsa).
Jeder,
der Gewaltlosigkeit übt, muß zusehen,
daß er sich selbst keine Gewalt antut.
Wie macht man das?
Durch ständige Prüfung, ob das eigene Verhalten richtig oder falsch ist.
Zum Beispiel beim Sprechen muß man beobachten, ob die eigenen Worte anderen Schmerz verursachen oder nicht. Man sollte nicht auf schlechte Reden hören. All dies verursacht dem Einzelnen Schaden. So sollte jeder sich bemühen, schlechtem Sehen, schlechtem Hören, schlechtem Sprechen, schlechtem Denken und schlechtem Handeln keinen Raum zu geben.
Wie könnt ihr beurteilen, was schlecht ist?
Indem ihr euer Gewissen befragt.
Immer wenn ihr gegen die Anweisung eures Gewissens handelt, folgen schlechte Resultate. Das Gewissen ist die Form des Göttlichen in Jedermann. Was immer ihr tut, das Gewissen sagt euch, ob es richtig oder falsch ist. Doch um die Anleitung des Gewissens zu ermitteln, müßt ihr einige Zeit warten. Ihr solltet nicht in Eile sein. Wenn ihr etwas zu sagen wünscht, müßt ihr kurz überlegen, ob es angemessen ist oder nicht, und dann sprechen. Wenn ihr euch etwas anhören wollt, müßt ihr prüfen, ob das gut oder schlecht ist und dann entscheiden, was richtig ist.
Quelle: Sanathana Sarathi März 1996, Seite 2
Die
einzige Möglichkeit,
den Weg der Gewaltlosigkeit zu gehen
besteht darin,
die Einheit des Atman (des Göttlichen)
in allen Lebewesen zu erkennen
und alle als gleichwertig anzusehen.
- Sathya Sai Baba -