Nur wenn die Menschen Hass und Gewalt verbannen,
Liebe
entfalten und erkennen,
dass alle eins sind,
kann
die Erde zum Himmel transformiert werden.

|
Verkörperungen
der Liebe! Sprich
die Wahrheit, sprich freundlich und sprich keine unangenehme Wahrheit. Diese
drei (Richtlinien) beziehen sich jeweils auf moralische, dharmische und
spirituelle Werte. Der Mensch ist die Vereinigung dieser drei Werte. Ohne Wellen
gäbe es kein Meer und ohne Strahlen keine Sonne. Entsprechend kann jemand ohne
Liebe nicht Mensch genannt werden. Liebe
ist für den Menschen das Gleiche wie Wellen für das Meer und Strahlen für die
Sonne. Deshalb sollte der Mensch sein Leben mit Liebe füllen. Er sollte
niemanden hassen noch Gewalttätigkeit begehen (gewalttätig sein). Das
Herz ist von Mitgefühl erfüllt. Ego und grenzenlose Wünsche sind für
die üblen Eigenschaften im Menschen verantwortlich. Jemand mit Ego ist nicht fähig,
im Herzen Mitgefühl zu hegen. Man
sollte kein Leben der Selbstsucht und des Eigeninteresses führen. Man sollte
die im Land vorherrschende Situation bedenken und entsprechend handeln. Der
Mensch kann kein völlig unabhängiges Leben führen. Er ist zwangsläufig von
der Gesellschaft abhängig. Die Schöpfung ist eine Kombination von Einzelnem,
Gesellschaft, Geschaffenem und Gott (parameshti). Der Einzelne sollte der
Gesellschaft dienen und versuchen, Gott in der Schöpfung zu sehen. Jesus
lehrte, das Leben des Einzelnen sei nutzlos, wenn er nicht seine Pflichten gegenüber
der Gesellschaft erkenne. Wo Einheit ist, dort ist Reinheit, wo Reinheit ist,
ist Göttlichkeit, wo Göttlichkeit ist, dort ist Glückseligkeit. Die Menschen
sollten die nahe untrennbare Beziehung zwischen Einheit, Reinheit und Göttlichkeit
erkennen. Als
Jesus geboren wurde, kamen drei Könige aus dem Morgenland zu ihm, um ihm ihre
Ehrerbietung zu erweisen. Einer dieser Könige empfand, dieses Kind würde Gott
lieben. Der zweite sagte, das Kind würde von Gott geliebt werden und der dritte
König empfand, dieses Kind sei wahrhaftig Gott selbst. Die Ansichten
unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, denn alle sind verschieden voneinander.
Unsere Alten nahmen die Einheit in der Vielfalt wahr; der moderne Mensch
hingegen spaltet aufgrund des Einflusses des Kalizeitalters (des gegenwärtigen
dunklen Zeitalters, A.d.Ü.) die Einheit in Vielfalt und Verschiedenheit auf. Laut
Vedanta ist der Mensch eine Kombination von bhutakasha, cittakasha und cidakasha.
Bhutakasha kennzeichnet den Körper und alles dem bloßen Auge Sichtbare. Da
alles Sichtbare verschwinden wird, bedeutet dies, dass bhutakasha vergänglich
und kurzlebig ist. Auch die Sonne, die Sterne und die Milchstraße, die
Abermillionen von Meilen von der Erde entfernt sind, sind Bestandteil von
bhutakasha. Die Flüsse, Meere, Wälder und Berge bilden alle Teile von
bhutakasha. Bhutakasha umfasst alle Elemente (bhuta: Elemente, Geschöpfe,
Tatsachen) und Lebewesen. Dieses ausgedehnte bhutakasha wird von cittakasha
umschlossen. Ihr könnt euch jetzt sehr leicht die Weite von cittakasha
vorstellen! Bhutakasha,
aus Sonne, Sternen, Flüssen, Meeren usw. bestehend, bildet nur einen winzigen
Teil von cittakasha. Ihr mögt euch fragen, wie das möglich ist. Alles was ihr
seht, wie die Sonne, Sterne, Meere, Berge etc., prägt sich eurem Geist (mind)
ein. Die sichtbare Welt ist als kleine Wesenheit in euch enthalten. Bhutakasha
bezieht sich auf den Körper und cittakasha auf den Geist. Für beide gibt es
eine zu Grunde liegende Basis, vom Vedanta cidakasha genannt. Es entspricht
Atman, dem Göttlichen Selbst. Der Mensch ist eine Kombination von bhutakasha
(dem Körper), cittakasha (dem Geist) und cidakasha (Atman). Ersteres (die Körperebene)
kennzeichnet, für was ihr euch selber haltet, das Zweite (die Ebene des
Geistes/mind) das, für was andere euch halten und das Dritte das, was ihr
wirklich seid (Atman, das Göttliche Selbst). Das
Wesen des Menschen ist unendlich und unsterblich. Dieses menschliche Leben wird
als wertlos und unbedeutend betrachtet. Die Menschen leugnen die Existenz Atmans, weil Atman nicht wahrnehmbar ist. Cidakasha symbolisiert Atman. Es ist
formlos, nicht veränderlich und transzendiert Zeit und Raum. Die Veden
beschrieben es als eigenschaftslos, rein, der ewige Wohnort, ewig, makellos,
erleuchtet, frei, die Verkörperung der Reinheit und Heiligkeit. Bhutakasha
entspricht dem Wachzustand, cittakasha dem Traumzustand und cidakasha dem
Tiefschlaf. In cidakasha erfährt man nur Glückseligkeit. Die Tatsache, dass
ihr euch nach einem guten nächtlichen Schlaf friedvoll fühlt, macht euch dies
verständlich. Wenn
ihr sagt: „Dies ist mein Körper und dies mein Geist“, bedeutet es, dass ihr
verschieden davon seid. Tatsächlich seid ihr der Meister, Atman. Meistert euren
Geist und werdet zum Meister (engl.: master your mind and be a mastermind). Wie
kann sich der Mensch, der Meister von allem ist, für niedrig und schwach
halten? Cidakasha ist des Menschen wahre Form. Bhutakasha, cittakasha und
cidakasha entsprechen Direktem, Indirektem und Heiligem. Cidakasha
transzendiert Name und Form. Er (Gott) wird als Verkörperung des Klangs, des
Beweglichen und Unbeweglichen, des Lichtes, der Sprache, der ewigen Glückseligkeit,
der höchsten Herrlichkeit, der Täuschung und des Reichtums beschrieben. Atman
transzendiert die Begrenzungen der Form. Buddha und Jesus bemühten sich beide
um die Schau Atmans. Buddha erkannte, dass Namen, Formen und körpergebundene
Beziehungen alle vergänglich sind und lehrte, man solle sich nicht von ihnen in
die Irre führen lassen. Alles
Sichtbare muss vergehen. Buddha
studierte verschiedene heilige Texte und hörte vielen Gelehrten zu, aber es
schenkte ihm keine Zufriedenheit. Schließlich kam er zu dem Schluss, man könne
Erleuchtung nur durch rechten Gebrauch der fünf Sinne erlangen. Keine
spirituelle Übung kann das gewünschte Ergebnis bringen, wenn man die Sinne
missbraucht. Lasst eure Sichtweise heilig sein, sprecht gute Worte, hört nur
Gutes und habt erhabene Gedanken. Es gibt keine größere spirituelle Disziplin.
Das war die Lehre Buddhas und Jesus lehrte das Gleiche. Die
Fischer wollten, dass Jesus ihre weltlichen Wünsche erfüllt. Petrus z.B.
wollte mehr Fische (fangen). Aber schließlich erkannte er die Vergeblichkeit
weltlicher Wünsche und wollte entsprechend der Lehre Jesu über die Ebene des Körpers
und der Gedanken und Gefühle (mind) hinausgehen. Jesus lehrte sie, Hass
aufzugeben und alle zu lieben und allen zu dienen. Er
ermahnte sie, Vertrauen in das Einheitsprinzip zu entwickeln. Viele Jünger Jesu
interpretierten seine Lehren auf eigene Weise. Als
Jesus gekreuzigt wurde, hörte er eine himmlische Stimme sagen: „Alle sind
eins, mein geliebter Sohn, sei zu jedem gleich.“ Als
Mutter Maria weinte, sagte Jesus zu ihr: „Tod ist das Gewand des Lebens.“
Tod gleicht einem Wechsel der Kleidung. Gibt es irgendjemanden, der täglich
dasselbe Gewand trägt? So wir ihr täglich eure Kleidung wechselt, ebenso
wechselt ihr mit jeder Geburt euren Körper. Der Körper stirbt, nicht aber das
Lebensprinzip. Der Göttliche Geist ist unsterblich und nicht dual. Jesus
lehrte, wahre Weisheit bestünde darin, das nicht duale Wesen des Göttlichen
Geistes zu verwirklichen. Die
Schau des Einen ohne ein Zweites ist wahre Weisheit. Gott
ist das Eine ohne ein Zweites. Auf
Grund seiner weltlichen Empfindungen und seiner nach außen gerichteten
Neigungen schreibt der Mensch Gott Namen und Formen zu. Wahrhaft gesprochen gibt
es nur einen Gott. Wir singen in unseren Bhajans: „Der eine Gott hat viele
Namen.“ Gebt die Verhaftung an den Körper auf; nur dann könnt ihr Bindung an
Atman, das Göttliche Selbst, entwickeln. Ihr seid mit einem Körper
ausgestattet und habt deshalb eure Pflichten sorgsam zu erfüllen. Aber lasst
euch nicht durch das Gefühl täuschen, das sei andauernd. Alle körpergebundenen
Beziehungen gleichen vorüberziehenden Wolken und unterliegen der Veränderung.
Allein die Wahrheit verändert sich nicht. Es ist cidakasha, das Prinzip Atmans. Eine
Mutter hat vier Söhne. Der erste will rot gefärbten Saft, der zweite grünen,
der dritte schwarzen und der vierte weißen Saft haben. Was tut die Mutter nun?
Weil sie intelligent ist, gießt sie denselben Saft jeweils in ein rotes, grünes,
schwarzes und weißes Glas und stellt so ihre Söhne zufrieden. Unsere Körper
gleichen jenen Gläsern. Wir sollten uns nicht an die körperlichen Unterschiede
halten, sondern wir sollten die Einheit des innewohnenden Geistes erkennen. Gläser
und Farben mögen sich unterscheiden, aber der süße Saft ist in allen gleich.
Der Körper muss eines Tages vergehen. Wenn ihr euch an den Körper bindet,
werdet ihr Leid erfahren. Um die Unsterblichkeit zu erlangen und Glückseligkeit
zu erfahren, müsst ihr Name und Form transzendieren. So lange ihr einen Körper
habt, müsst ihr euch um ihn kümmern, aber ihr solltet nicht übermäßig an
ihn gebunden sein und euch nicht zu sehr wegen des Körpers sorgen. Unwissenheit
ist die Wurzel von Sorge. Was immer zu geschehen hat, wird geschehen. Gebt
deshalb Sorge niemals Raum. Entwickelt Vertrauen in das Prinzip Atmans. Das war
die Hauptlehre von Jesus. Matthäus
war einer der 12 Jünger Jesu. Sein Beruf bestand darin, Einkommenssteuer
einzutreiben und er suchte die Fischer auf, um von ihnen Steuern einzusammeln.
Jesus vermittelte den Fischern täglich heilige Lehren. Matthäus schrieb all
seine Lehren auf und verfasste die heilige Bibel. Später verfassten viele die
Bibel auf der Grundlage ihrer eigenen Gefühle. Jesus hat niemals irgendwo
behauptet, er sei Gott oder der Herr. Er sprach Gott immer als seinen Vater an.
Er wies den Weg zur Erfahrung der Einheit. Er gab niemals Raum für Vielfältigkeit,
sondern sprach immer von der Göttlichkeit aller. Vor
Hunderten von Jahren lebte jemand in Nordindien, der ständig die Worte: “Ich
bin Gott“ wiederholte. Die Leute wunderten sich über diese Behauptung und
hielten ihn für verrückt. Aber einige Gelehrte entwickelten Abneigung gegen
ihn. Sie empfanden, sie selbst würden nicht einmal, nachdem sie verschiedene
Schriften studiert und Wissen erworben hatten, solch eine Behauptung wagen. Sie
suchten den König auf und erhoben Anklage gegen diesen Menschen. Wer
ist ein wahrer Gelehrter? Jemand
der alles als gleichwertig betrachtet (die Göttlichkeit in jedem sieht) ist
ein wahrer Gelehrter. Aber
diese Gelehrten besaßen nicht diese gleiche Sichtweise und sie drohten dem König,
sie würden, wenn dieser Mensch nicht bestraft würde, das Land verlassen. Der König
fragte die Gelehrten, was zu tun sei. Auf Geheiß der Gelehrten befahl der König,
die Beine jenes Menschen sollten abgehackt werden. Sogar als das geschah,
empfand dieser Mensch keinen Schmerz, sondern sagte weiterhin: „Ich bin Gott,
ich bin Gott.“ Sogar das aus den gemarterten Gliedern strömende Blut erklärte:
„Ich bin Gott, ich bin Gott.“ Daraufhin bereute der König, dass er den
Worten der törichten Gelehrten Beachtung geschenkt hatte. Jesus
hat von Anbeginn an niemals behauptet, er wäre Gott. Er sagte nur, dass Gott
sein Vater sei. Er lehrte die Leute, es gäbe nur einen Gott und alle seien
seine Kinder. Seine Kritiker klagten Jesus beim Hauptpriester an. Der Priester
wusste, dass Jesus die Wahrheit sprach. Aber die Priester unterstützten Jesus
nicht, um ihre eigene Stellung zu bewahren. Es wurde der Beschluss gefasst,
Jesus zu kreuzigen. Der Regierende erließ den entsprechenden Befehl, bereute es
später aber. Als Jesus vom Kreuz auferstand, verbreitete er seinen Ruhm. Die
Römer nannten Jesus „persona“, das bedeutet „jemand, der heilig ist“.
Das englische Wort „person“ entspringt dieser Wurzel. Es verweist darauf,
dass die Göttlichkeit in jedem ist. Aus diesem Grund spreche ich euch als Verkörperungen
der Göttlichkeit an. Ich und du sind eins. In jedem ist der Göttliche Geist
(Atman, das Göttliche Selbst). Dieses Selbst wird „persona“ genannt. Es
gibt kein Lebensprinzip ohne Göttlichkeit. Mit
Händen, Füßen, Augen, Köpfen, Mund und Ohren durchdringt Er alles und
erfüllt so das ganze Universum. Die
Göttlichkeit erfüllt alle Formen. Die Bibel und der Koran enthalten viele
heilige Lehren. Aber törichte Menschen, die diese Lehren nicht verstehen,
schlagen falsche Wege ein. Er,
der von den Mohammedanern Allah und
von Christen Jehovah genannt wird, der
lotosäugige Gott der Verehrer Vishnus, Shambhu
genannt von denen, die Shiva anbeten, antwortet
freudig, auf welche Weise er auch verehrt wird. Er
schenkt die Gnade von Ruhm und Gedeihen, und
teilt Glück und Freude mit vollen Händen aus. Er
ist der Eine, das Höchste Selbst. Erkennt
Ihn als Paramatman, das höchste göttliche Selbst! Um
eurer eigenen Befriedigung willen schreibt ihr Gott verschiedene Namen und
Formen zu, aber das Wesen von Gott ist eins. Ob Rama, Krishna, Allah oder Jesus,
all ihre Lehren galten der Aufrichtung (Emanzipation) des Menschen. Keine
Religion predigt Gewalt, oder dass man jemandem Schaden zufügen solle. Manche
übel gesinnten Menschen deuten die heiligen Lehren auf falsche Weise und
begehen üble Taten. Alle erhabenen Seelen lehrten heilige Dinge. Sie sagten:
„Liebt alle.“ Sie predigten keinerlei Hass. Gott sagt niemals jemandem, er
solle andere töten, denn derselbe Atman ist in allen gegenwärtig. Die Menschen
begehen im Namen Gottes grausame Verbrechen. Es bringt niemandem etwas Gutes. Liebt
alle, dient allen.
Ihr
könnt nicht immer gefällig sein, aber ihr könnt immer liebenswürdig
sprechen. Es
gibt keinen größeren Gott als die Liebe. Liebe
ist Gott, Gott ist Liebe. Lebt in Liebe. Löscht
schlechte Eigenschaften aus. Niedrig gesinnte Menschen versuchen, ihre niedrige
Gesinnung auch Gott zuzuschreiben (auf Gott zu projizieren). Es zeugt von
Unwissenheit. Schenkt solchen Menschen keine Beachtung. Vertraut eurem eigenen
Selbst, ansonsten könnt ihr Gott nicht lieben. Aufgrund von Mängeln im
modernen Erziehungssystem wird die Liebe im Menschen Tag für Tag weniger und
Hass verstärkt sich. Der Mensch vergisst die Wahrheit und setzt sich dadurch
Gefahr (anartha, auch: Wertlosigkeit, Makel) aus. Er hat durch das Entwickeln
tierischer Eigenschaften seine Menschlichkeit vergessen. Wahre
Spiritualität liegt darin, tierische Eigenschaften zu zerstören und die
Menschlichkeit zur Göttlichkeit zu transformieren. Ohne sich von Tierischem zu
befreien, kann man die Göttlichkeit nicht erlangen. Der Mensch verhält sich
heute wie ein Tier, weil seine Liebe selbstsüchtig ist. So jemand kann niemals
Glück erfahren, sondern wird immer in Leid versunken sein. Je mehr ihr andere
liebt, desto größer wird die Freude sein, die ihr erfahrt. Je mehr Hass ihr
entwickelt, desto elender wird euer Leben sein. Verkörperungen
der Liebe! Versteht,
dass Gott und ebenso der Mensch, die Verkörperung der Liebe ist. Gott
nimmt die Form des Menschen an. Demzufolge
seid ihr Gott. Sogar in Tieren ist Göttlichkeit. Man hört die Kühe und Büffel
„Amba“ (göttliche Mutter) muhen. Es bezeugt die Anwesenheit der Göttlichkeit
in ihnen. Als
Jesus ein kleiner Junge war, nahmen seine Eltern ihn mit sich nach Jerusalem.
Nach einiger Zeit konnte Mutter Maria ihren Sohn Jesus nicht mehr neben sich
finden. Sie dachte, er habe sich in der Menge verirrt und suchte wie verrückt
nach ihm. Schließlich fand sie ihn, wie er völlig versunken der Predigt eines
Priesters in der Synagoge lauschte. Sie umarmte ihn und vergoss Freudentränen.
Daraufhin sagte Jesus: „Mutter, warum sorgst du dich, wenn ich doch in der
Gemeinschaft Gottes, meines Vaters, bin!“ In
jenen Tagen opferten die Menschen im Tempel von Jerusalem Tauben in dem Glauben,
sie würden Gott dadurch erfreuen. Jesus suchte diesen grausamen Praktiken ein
Ende zu bereiten. Gleich Buddha predigte er Gewaltlosigkeit. Er begab sich zu
dem Platz, wo die Tauben verkauft wurden und befreite sie alle. Die Betroffenen
wandten sich gegen ihn, aber Jesus fuhr fort, sie freizulassen, ohne ihrer
Feindseligkeit Aufmerksamkeit zu schenken. Er maß weder Lob noch Tadel
irgendwelche Bedeutung bei, denn beide betreffen den Körper und nicht das Göttliche
Selbst. Dasselbe
wird auch im Mahabharata behauptet. Als Krishna von den Pandavas die
Hauptopfergabe erhielt, begann der verruchte Shishupala Krishna mit
Beschimpfungen zu überhäufen und sagte zu Krishna: „Glaubst du, dir stünde
diese Ehre zu, weil du die Saris der Gopikas stahlst, während sie badeten?
Schwelge nicht in Selbstüberschätzung! Hör auf!“ Dharmaraja
weinte, als Shishupala Krishna auf diese Weise beschimpfte. Krishna schleuderte
den Teller selbst, auf dem ihm die Gabe dargebracht war, Richtung Shishupala und
der Teller verwandelte sich in ein Wurfgeschoss, das Shishupala köpfte. Im
selben Augenblick spritzte Shishupalas Blut zu Krishnas Füßen. Als Dharmaraja
das sah, war er verwirrt und sagte: „Krishna, Shishupala hat dich ohne
Unterlass beschimpft. Wie kann es da geschehen, dass sein Blut dir zu Füßen
fiel?“ Krishna erwiderte lächelnd: „Dharmaraja, Lob wie Tadel beziehen sich
auf den Körper und nicht auf Atman. Darüber hinaus dachte Shishupala ständig
an mich und wiederholte meinen Namen. Er mag es mit Hass getan haben, aber das
bekümmert mich nicht.“ In
diesem Kalizeitalter ist das Singen des göttlichen Namens der einzige Weg zur
Befreiung. Durch
das Singen des Göttlichen Namens kann man jede gewaltige Aufgabe vollbringen. Für
spirituelle Praktiken wie Meditation und Askese braucht es eine bestimmte Zeit
und einen besonderen Platz. Aber das Singen des Göttlichen Namens erfordert
keine solche Beschränkung. Wo immer du bist, was immer du tust, du kannst den göttlichen
Namen singen. Besinne
dich überall, zu allen Zeiten und unter allen Umständen auf Gott. Eine
der vorhergehenden Rednerinnen, ein Mitglied der „Botschafter Sathya Sais“
(die Vereinigung ehemaliger Studentinnen Sathya Sais) bat, Swami solle sie nie
vergessen. Zu glauben, Gott würde irgendjemanden vergessen, beruht allein auf
eurer Einbildung; es ist die Spiegelung, die Reaktion und der Widerhall eurer
inneren Empfindungen. Gott vergisst niemals irgendjemanden. Es sind allein die
Gottergebenen, die an Gott denken oder aber ihn vergessen. Gott liebt alle
gleichermaßen. Entwickelt deshalb Liebe und vermeidet alle schlechten
Neigungen. Das
moderne Bildungssystem bringt die schlechten Eigenschaften in Schülern und
Studenten zum Wachsen. Jemand mit schlechten Eigenschaften verdient es überhaupt
nicht, Student genannt zu werden. Wie (der Vorredner) Srinivas erwähnte, sind
die Sai-Studenten nicht so. Einige Leute geben sich als Sai-Studenten aus und
begehen üble Aktivitäten. Aber unsere Schüler und Studenten sind höchst
heilig und tugendhaft. Niemand kann einen erhobenen Zeigefinger auf sie richten.
Viele Menschen missbrauchen heutzutage den Namen Sais für ihre eigenen selbstsüchtigen
Ziele. Ich freue mich sogar über solche Leute, denn auf diese Weise singen auch
sie den Göttlichen Namen. Allein die Wiederholung des Namens Gottes wird euch
befreien. Gebt schlechten, üblen Eigenschaften keinen Raum. Gebt Beschuldigung
keine Chance. Führt von Liebe erfüllte Leben. Betrachtet Liebe als Gott. Es
gibt nichts Größeres als die Liebe. Prema
mudita.... - Sathya Sai Baba; Weihnachtsrede 25.12.2001 - Übersetzung
der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede. Übers.:
Susan Boenke, Prashanti Nilayam. |