Shivaratri und Mahashivaratri
Verbringt wenigstens diese eine Nacht damit, Gottes Namen zu besingen.
Dann wird euer Leben wertvoll.
Eine Nacht im Jahr !
In Wahrheit verschwendet ihr so viele Nächte.
Dies ist Shivaratri, die Nacht Shivas - alles andere ist Shevaratri, die Nacht der Toten.
Gegenüber den vielen übrigen toten Nächten ist dies die Nacht des Lebens.
Ansprache an Shivaratri, 25.02.1998
Shivaratri ist die Nacht des
großen Gottes Shiva, des dritten Aspektes der Hindutrinität Brahma, Vishnu und
Shiva, der für Auflösung und Zerstörung steht. Shiva zerstört in diesem
Aspekt unsere Bindungen und Weltlichkeit, steht für Entsagung und gewährt
Weisheit; in einer anderen Tradition des Hinduismus wird er als der höchste
Gott verehrt, der all diese Aspekte in sich verkörpert. Shiva bedeutet
wörtlich segensreich, Glück bringend, gnadenvoll, gütig, freundlich; es ist
also eine heilige, Segen bringende, gnadenreiche Nacht.
Shivaratri, auch Mahashivaratri die große Nacht Shivas genannt, wird in der Neumondnacht des
Monats Magha (bei uns die Zeitspanne von ca. Mitte Februar bis Mitte März)
gefeiert; es ist die dunkelste Neumondnacht des Jahres. Das ist deshalb
bedeutsam, weil zwischen unserem Gedanken- und Gefühlsbereich und dem
Mondzyklus ein enger Zusammenhang besteht und unsere Gefühlswelt stark vom Mond
beeinflusst wird; so ist unsere Gedanken- und Gefühlswelt in der abnehmenden
Mondphase schwächer als in der zunehmenden und an Vollmondtagen.
Um unsere
Göttlichkeit zu verwirklichen und mit dem göttlichen Gewußtsein eins zu
werden, müssen wir unsere Gedanken- und Gefühlswelt völlig transzendieren.
Wie Swami in seinen Shivaansprachen wiederholt sagte, sind in dieser
Shivaratrinacht entsprechend dem Mondzyklus bereits 14 bzw. 15 Aspekte des
Gedanken- und Gefühlsbereiches verschwunden. Wenn man in dieser Nacht wach
bleibt und Gedanken und Gefühle ganz auf das Göttliche konzentriert, wird
sogar dieser eine Aspekt verschwinden: "Es ist ein leichter Weg, den ihr in
dieser Nacht gehen könnt. Ihr solltet diese Nacht wach bleiben, Gottes
Herrlichkeit besingen und eure Leben heiligen; darin liegt die innere Bedeutung
dieser Nacht .... Die Nacht repräsentiert Dunkelheit, die Kombination
emotionaler und tierischer Aktivitäten. Die Nacht, die eher dumpf und passiv
ist, muss in den sattvischen, heiligen Tag verwandelt werden.
Shivaratri, 25.02.1998
Wenn die ganze
Nacht dem Lobsingen des Namens des Herrn gewidmet wird, werden Geist, Rede und
Sinne auf Gott konzentriert. Schon das ist eine Art Sinnenkontrolle. Wenigstens
an einem Tag im Jahr sollten all unsere Gedanken und Worte auf Gott ausgerichtet
sein. Wenn das gelingt, können die Menschen den Höchsten erkennen, wie er mit
den Worten "satyam, shivam, sundaram" (Wahrheit,
Güte, Schönheit) beschrieben wird.
Sanathana Sarathi 4/94,
Rede vom 11.03.94, dt. S. 2
Mahâshivarâtri ist der
Zerstörung der Verirrungen des Geistes (mind) und damit des Geistes selbst
gewidmet, indem man sich Shiva, Gott, weiht. Der Mond hat, wie der Geist, dessen
Gottheit er ist, 16 Phasen. An Shivarâtri sind 15 von ihnen verschwunden, und
es ist nur noch ein Streifen des Mondes am Himmel. Beim darauf folgenden Neumond
ist noch nicht einmal mehr dieser Streifen sichtbar. Der Geist muß ebenfalls
jeden Tag beherrscht werden, bis am 15. Tag 15 Phasen sich aufgelöst haben und
nur ein letzter Streifen übrig bleibt, der mit einem letzten Aufschwung von
Anstrengung zu beseitigen ist. Das ist die geistige Übung (sâdhana), die ihr
während der ganzen Nacht befolgt habt: Bhajans, Wachen, Fasten.
Wenn der Geist
verschwindet, dann bleibt kein trügerischer Wunsch und keine Bindung.
Die Abnahme trügerischer Wünsche und Bindungen ist Befreiung.
Während der
dunklen Hälfte des Monats nehmen der Mond und sein symbolisches Gegenstück im
Menschen täglich um einen Bruchteil ab. Der Einfluss beider läßt nach - und
in der vierzehnten Nacht ist schließlich nur ein winziger Rest davon übrig.
Wenn der Gläubige eine kleine zusätzliche Anstrengung macht, kann selbst
dieser Rest noch aufgelöst werden, und die Befreiung des Geistes ist
vollkommen. Die vierzehnte Nacht der dunklen Hälfte des Monats wird "die
Nacht Shivas" (Shivaratri) genannt. Diese Nacht sollte ohne Essen und
Schlaf, ohne irgendwelche Ablenkung in Meditation und mit dem Rezitieren der
Namen des Herrn verbracht werden. Dann ist der Erfolg gewiss. Einmal im Jahr, in
der Nacht, die man "Mahashivaratri" nennt, wird eine besondere
spirituelle Anstrengung empfohlen. Durch die Beseitigung der Schlacke, die in
Form von Wünschen und Begehren den Geist verunreinigt, können selbst die,
welche tot sind, weil sie die Wirklichkeit nicht erkannt haben, zu ewigem Leben
erwachen.
Quelle: Sadhana S. 139 (CD-ROM)

Die Hervorbringung des Lingams aus Swamis Körper ist ein Schöpfungsakt und eine Wiederholung des ursprünglichen und sich ständig wiederholenden Schöpfungsaktes, eine symbolische Geburt Gottes in Zeit und Raum. "Li" steht für "liyate", das bedeutet: "das, in das alle Namen und Formen eingehen", "gam" für "gamyate": "das, wohin alle Formen sich entwickeln". Alles beginnt im Lingam und geht wieder in ihn ein.

Der Lingam ist ein Symbol für die Verschmelzung mit dem Göttlichen. 1999, als Swami erstmals nach über 20 Jahren überraschend den Lingam wieder in der Öffentlichkeit aus seinem Körper hervorbrachte, gab er den anwesenden Devotees in dem Jahr folgendes Gnadengeschehen: Wer gesehen hatte, wie der Lingam aus Swamis Körper hervor kam, würde nicht mehr wieder geboren werden (bleibt anzumerken, daß Swami dieses Geschenk nur 1999 und zuvor 1974 öffentlich gab; die Vermutung, daß das für alle weiteren Lingodbhavas gelte und man nur anreisen müsse und Lingodbhava sehen, um die Befreiung zu erlangen, ist eine persönliche Vermutung der Devotees.)
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