Man kann ein Ding nur durch etwas beschreiben, das subtiler als das betreffende Ding ist. Nun gibt es aber nichts, das subtiler als die Liebe ist - wie also sollte man sie beschreiben?

Liebe kann nicht durch intellektuelle Anstrengungen beschrieben werden; der Intellekt ist hier wie der Esel, der Bücher trägt  ... Intellekt scheint wie ein Dieb, der gehängt werden muß, wenn die Liebe Herrscher des Landes wird.

So wie ein Kind nicht weiß, was Intellekt ist, wissen die mit Intellekt Begabten nicht, was Liebe ist; der Intellekt ist gut als Stock für den Blinden in der Finsternis.

Der Sehende braucht aber eine Lampe - und das ist die Liebe oder der Geliebte, in dem der Intellekt wie ein Falter verbrennt.

Wer anders als die Liebe könnte den Dichter in einen solchen Zustand bringen?

Sie redet ihn an:

*Ich bin Wind, und Du bist Feuer,
und ich habe Dich entfacht!*

                                               
                                                              RUMI

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