Es war einmal ein Mann, der wollte auf einem leichten Weg Erlösung erlangen. Er näherte sich einem Guru und fragte ihn nach der schnellsten Methode. „Erkenne, wer du bist“, sagte der Guru. „Oh, das weiß ich, ich bin jetzt dein Schüler“, meinte der Mann und fragte dann: „Bin ich jetzt erlöst, wie ich es mir gewünscht habe?“ Aber der Guru sagte, so einfach sei das nun doch nicht.

Er erklärte ihm, er sei hinter und jenseits des Körpers, er beeinflusse die Sinne, die Intelligenz und das Ego, er sei das Selbst, der Atman, im Mittelpunkt der fünf Hüllen

- der grobstofflichen, äußeren Hülle (annamayakosha), d. h. dem physischen Körper;

- der feinstofflichen Hülle (prânamayakosha), die aus der Lebenskraft besteht, die den physischen Körper belebt;

- der aus Geist (manas) bestehenden Hülle (manomayakosha), in welcher die Sinneseindrücke verarbeitet werden;

- der Hülle des Unterscheidungsvermögens und des Wollens (vijnânamayakosha) und

- der aus Glückseligkeit und Intuition bestehenden Hülle (ânandamayakosha), die dem Selbst am nächsten ist.

Der Guru gab ihm jedoch ein einfaches Rezept: „Wiederhole andächtig den Namen Gottes mit der Sehnsucht im Herzen, ihn zu schauen. Wenn du dich unaufhörlich daran erinnerst, daß Gott dein innerstes Selbst ist, wird dir das durch seine Gnade ganz plötzlich zur Erfahrung.“

Der Mann scheute jedoch davor zurück und meinte, ob er nicht jemanden anstellen könne, der die Wiederholung des Namens Gottes für ihn tun könne. Daraufhin fragte der Guru: „Stellst du denn jemanden an, der für dich ißt oder schläft? Läßt du, wenn du krank bist, jemand anderen die Medizin einnehmen?“

Sai Baba spricht Bd. 7

 

Das Konzept der fünf Hüllen

 

Die wahre spirituelle Umwandlung besteht darin, die eigene wahre Natur zu verstehen.

 

Der reine Atman ist von fünf Hüllen umgeben; und aufgrund der Verbindung mit diesen Hüllen nimmt er deren Wesenszüge an. Der physische Körper wird als aus Nahrung bestehende Hülle (annamayakosha) bezeichnet. Wenn der Atman mit diesem grobstofflichen Körper in seinem Wachzustand verbunden ist, nennt man ihn ‚vishva’ (vollständig, universal ... - A.d.Ü.), da er mit den Erkenntnissinnen und den Tatsinnen, Handlungsinstrumenten ausgestattet ist. Weil dieser Körper in vielfältige äußere Aktivitäten verwickelt ist, ist er auch als vyavahâra (das nur bedingt Wirkliche - A.d.Ü.) bekannt. So haben die Veden dieser Hülle, dem grobstofflichen Körper (sthûlasharîra), verschiedene Namen gegeben.

Der feinstoffliche Körper umfasst die aus Lebenskraft bestehende Hülle (prânamayakosha), die aus manas bestehende Hülle, gebildet aus Gedanken, Begierden, Motiven, Emotionen und Wünschen, in der Sinneseindrücke verarbeitet und von innen kommende Impulse weitergeleitet werden (manomayakosha) und die Hülle, der die Fähigkeiten des Unterscheidens und Wollens zugeordnet sind (vijnânamayakosha); sie sind für das bloße Auge unsichtbar.

Die Hülle der Glückseligkeit (ânandamayakosha) bezieht sich auf den Kausalkörper. Man sollte die fünf Hüllen überschreiten, um Glückseligkeit zu erfahren. Diesen Zustand nennt man ‚turîya’ (Bezeichnung des vierten Bewusstseinszustandes – A.d.Ü.) – er liegt jenseits des Zustandes im traumlosen Tiefschlaf. Er verweist auf den höchsten kausalen Aspekt (mahâkârana-svarûpa); dieser ist das höchste spirituelle Prinzip (paramârthika). Die Glückseligkeit, die man in diesem Zustand erfährt, ist die wahre Glückseligkeit. Diese Glückseligkeit ist nicht durch die Sinne, den Geist (mind = auch Denken, Meinung, Empfindungen, Gemüt, Verstand – A.d.Ü.) oder Intellekt zu erlangen.

Es gibt fünf Arten von Hindernissen, die sich der Erfahrung dieser Glückseligkeit in den Weg stellen.
Es sind dies:

Unwissenheit
Nichterkenntnis
Selbsterhaltungstrieb
Unstetigkeit
Leidenschaft
Bindung, Besitzenwollen

und Hass, Bosheit, Zorn, Abneigung

Außer der Hülle der Glückseligkeit (ânandamayakosha) erlegen alle anderen Hüllen dem Menschen Bindungen auf und unterwerfen ihn Hindernissen.

Zuerst sollte der Mensch von der aus Nahrung bestehenden Hülle zur aus Lebenskraft bestehenden Hülle fortschreiten. Diese Hülle hat Bezug zur Schwingung, die für die Bewegung des Körpers verantwortlich ist. Was ist die aus manas (Bereich der Gedanken, der Begierden, der Wünsche, der Gefühle, der Motive, der Fähigkeit des Denkens; Psyche – A.d.Ü.) bestehende Hülle? Geist ist alles durchdringend. Geist kann jede Entfernung im Nu überwinden. Der Mensch stirbt, aber nicht manas. Es folgt dem Menschen Leben um Leben. Was ist die Hülle des Wissens? Sie steht nicht mit der materiellen Welt in Verbindung. Die materielle Welt ist mit Reaktion, Widerhall und Reflektion verbunden. Schlagt ihr zum Beispiel mit eurer Hand auf einen Tisch, dann schlägt der Tisch sozusagen zurück. Wie die Aktion, so die Reaktion. Das ist das Prinzip von unwirklichen Reflektionen weltlicher Aktivitäten. Das, was sich auf pratibhâsika bezieht, ist nur weltliches und profanes Wissen. Es kann nicht als Weisheit bezeichnet werden.

Wahres Wissen liegt im Verstehen des unveränderlichen integrierten Bewusstseins (constant integrated awareness). Es führt zur unveränderlichen, ewigen Glückseligkeit. Diese kann nur dann erfahren werden, wenn man die fünf Hüllen überschritten hat, nämlich die grobe Form (annamayakosha), die feine Form (prânamaya, manomaya, vijnânamaya) und die kausale Form (ânandamaya). Dann erreicht man den höchsten kausalen Zustand. Das, was jenseits des kausalen Zustandes liegt, ist der höchste kausale Zustand. Um diesen Zustand zu erreichen, sollte man die Natur der fünf Hüllen sehr klar verstehen.

Sanathana Sarathi 04/2000

Die pancakoshas - fünf Hüllen

Frage: Wie kann diese Täuschung dann verschwinden? Antwort: Nun, viveka und vijnâna (Unterscheidungsfähigkeit zwischen wirklich und unwirklich und die Fähigkeit, das Absolute in der Erscheinungswelt zu erkennen) werden sie zum Verschwinden bringen.
Frage: Gibt es für der jîvin, der in buddhi (Unterscheidungsvermögen) und kûtashta (Unveränderliches) reflektiert wird, irgendeine Überlagerung, so der eine den anderen überdeckt? Antwort: Obwohl es möglich ist, daß es für alle Erscheinungen keine Überlagerung gibt, existiert die Überlagerung.
Frage: Wie funktioniert das? Antwort: Der kûtashta (das Unveränderliche) ist ungebunden, unbewegt, unberührt, immer frei. Dennoch erscheint es aufgrund der Überlagerung anders zu sein. Das ist das Ergebnis ihrer Koexistenz.
Frage: Einige Ältere sagen, daß „das und tvam“ dasselbe sind, also identisch. Wie funktioniert das? Was bedeutet das? Bitte erleuchte mich! Antwort: Nimm einen Topf, ein Haus und ein Bild! Sie sind verschieden, nicht wahr? Sie sind nicht identisch. Aber der âkâsha (Raum), der sich in all diesen befindet, ist derselbe. Wenn der upâdhi oder die Beschaffenheit oder die Begrenzung entfernt wird, vermischt sich der âkâsha im Topf, im Haus und im Bild mit dem âkâsha, der unbedingt, unbegrenzt ist. Das gilt auch für Licht. Das Licht innen vermischt sich mit dem Licht außen.
Frage: Nun, Swami. Du hast gesagt, daß der Mensch in diesem Körper, der aus den fünf Elementen zusammengesetzt ist, das wahre Selbst (âtman), das von pancakoshâh umgeben ist, erkennen muß. Was ist pancakoshâh genau? Antwort: Kosha bedeutet Umhüllung, Behälter, Bedeckung. Ein Schwert wird in eine Scheide gesteckt. Geld wird in einem Tresor aufbewahrt. Du mußt erkennen, daß das Ding, das in diesem fünffältigen Behälter enthalten ist, das wahre „Ich“ ist. Um seine eigene Wahrheit zu sehen, muß man die fünf Behälter, pancakoshâh, entfernen.

Frage: Welche fünf sind das?

 

Antwort: Sie werden annamaya-, prânamaya-, manomaya-, vijnâmaya- und ânandamayakosha genannt.
Frage: Was bedeutet annamayakosha? Antwort: Dieser Körper wuchs im Schoß der Mutter mit Hilfe von anna oder Nahrung, die die Mutter zu sich genommen hat, heran. Außerdem ist er nach der Geburt nur durch Nahrung gewachsen und erhalten worden. Nach dem Tod wird er Teil der Erde, die Nahrung hervorbringt. Deshalb wird er annamaya (aus Nahrung bestehend) genannt.
Frage: Welche Bedeutung hat dieser annamayakosha? Antwort: Es ist der sthûladeha, der grobstoffliche Körper, der Kummer erleidet und vor Freude jubelt.
Frage: Ist das der einzige Name, den er hat, oder hat er noch irgendeinen anderen Namen? Antwort: Ja, er wird „bhogâyatana“ (die Basis des Genusses) genannt.
Frage: Prânamayakosha, was bedeutet das? Antwort: Der Bereich der fünf Sinne, der fünf prânas (Lebenshauche), sie formen diese Umhüllung.
Frage: Swami! Es scheint so, als ob es nicht nur prânas, sondern auch upaprânas (untergeordnete Lebenshauche) gibt? Antwort: Ja. Sie heißen: nâga, kûrma, gridhra, devadatta und dhanamjaya.
Frage: Was ist die Funktion jedes einzelnen?

Antwort: Nâga verursacht Aufstoßen, kûrma verursacht den Lidschlag, gridhra ist für das Niesen verantwortlich, devadatta verursacht das Gähnen und dhanamjaya füllt den Körper und läßt ihn zunehmen. Selbst nach dem Tode beeinflussen diese den Körper und verursachen Veränderungen des Leichnams.

 

Frage: Was bedeutet manomayakosha? Antwort: Es ist der Bereich der fünf jnânendriyas (Erkenntnissinne) und der Geist, dessen Instrumente sie geworden sind. Sie befinden sich innerhalb des prânamayakosha.
Frage: Du sagst oft Geist, Geist (mind); bitte erkläre, was dieser Geist ist. Antwort: Derjenige, der dir das Gefühl gibt, du seist der Körper und der alle Dinge, die in Beziehung zu diesem Körper stehen, als „Mein“ empfindet; derjenige, der sich mit Hilfe der Sinne an die Objekte heftet, um Vergnügen daraus zu ziehen. Er ist demnach sehr unstetig und springt immer von einem Objekt zum anderen.
Frage: Swami! Wie kann der Mensch erkennen, daß er von annamayakosha getrennt ist, sich jenseits und oberhalb davon befindet? Antwort: Der Körper ist vor der Geburt und nach dem Tod nicht sichtbar. Er kann nur in dem dazwischen liegenden Zeitraum gesehen werden. Der Körper hat einen Anfang und ein Ende, Wachstum und Verfall. Solche Dinge sind „Produkte“, „Wirkungen“ und Wirkungen sind bedingt. So ist auch der Körper etwas Begrenztes, Bedingtes. Der weise Mensch sagt sich selbst: „Ich existiere immer; Ich bin nicht materiell; Ich habe keine Ursache und Wirkung; Ich bin verschieden von diesem grobstofflichen Körper. Deshalb kann Ich nicht dieser annamayakosha sein. Ich bin der Kenner des annamayakosha; Ich bin der Zeuge.“ Wenn diese Erkenntnis nicht mehr bezweifelt wird, kennt er die Wahrheit. Er muß als Wirklichkeit erkennen, daß er jenseits der annamaya-Hülle existiert.
Frage: Wie kann jemand erkennen, daß er den prânamayakosha transzendiert? Antwort: Nachts, wenn der Mensch schläft, bewegen sich die prânas oder Lebenshauche; aber er weiß nicht, was in ihm oder um ihn herum geschieht. Wenn Feinde während des Schlafes kommen, kämpft er nicht. Er ist träge und inaktiv wie ein Holzklotz. Aber er muß folgendes unterscheiden, reflektieren und wissen: „Meine Natur ist nicht diese Trägheit. Ich bin der immer bewusste Zeuge; Ich bin getrennt von all den Hüllen.“
Quelle: Antworten

   

Was ist der Körper?          

    

Er ist nichts anderes als das Göttliche (âtman), das von fünf Hüllen (kosha) umgeben ist.

Die erste ist der grobstoffliche Körper (annamaya), der durch Nahrung erhalten wird.

Dann kommen die vegetativen Lebensfunktionen (prânamaya),

die Gedanken und Gefühle (manomaya),

die intuitive Erkenntnisfähigkeit (vijnânamaya)

und schließlich das Glücksbewußtsein (ânandamaya).

Durch dauernde Kontemplation über diese fünf Hüllen (kosha) wird es dem Sucher gelingen, sich von den äußeren Hüllen in die inneren zurückzuziehen.

Sadhana - Der Weg nach Innen

    

Buddhi der Wagenlenker

„Antarvânî“ oder innere Stimme ist eine andere Bezeichnung für buddhi.

Der Mensch wird auf seinem Lebensweg von dieser inneren Stimme geleitet. Immer wenn Probleme auftauchen, wartet er auf Anweisungen seiner inneren Stimme.

Erhält ein Mensch keine befriedigenden Antworten von dieser inneren Stimme, so wird er auch im Leben keine Befriedigung finden.

Mit anderen Worten:

Seine Befriedigung in der äußeren Welt ist ein Ausdruck des Einklangs
mit seiner inneren Welt, die durch seine innere Stimme verkörpert wird
.

Manchmal hört man jemanden sagen: „Mein Gewissen ist nicht zufriedengestellt“ oder: „Mein Gewissen stimmt dem nicht zu.“ Hier bezieht sich der Begriff Gewissen auf die innere Stimme. Wenn ihr also aufgefordert werdet: „Folgt dem Meister“, ist mit dem Begriff „Meister“ euer Gewissen gemeint.

Nur wenn ihr entsprechend den Weisungen eures Gewissens handelt, könnt ihr das wahre Ziel erreichen.

Buddhi ist dem âtman sehr nahe und daher in einem Bereich, in dem er neunzig Prozent seiner Energie und Leuchtkraft empfangen kann. Der Geist bezieht seine Kraft aus buddhi, die Sinne beziehen sie vom Geist, und der Körper erhält sie von den Sinnen. In diesem stufenweisen Kraftstrom, vom âtman bis hin zum Körper, erfährt diese Kraft eine allmähliche quantitative und qualitative Abschwächung.

Sommersegen in Brindavan Bd. 7

Auf dem Pfad des Suchers nach dem Wissen vom Selbst liegen drei Hindernisse:

das Hindernis der Vergangenheit
der Gegenwart
und der Zukunft.

Diese müssen überwunden werden.

Der zu Lebzeiten Befreite kümmert sich nicht um sie.
Er ist über die Unterscheidung in Seher, Gesehenes und Sehen hinausgegangen
und hat erkannt, dass die Unterscheidung künstlich, ein Produkt des Geistes, war.

Hast du erst einmal die dreifache Täuschung überwunden,
erlebst du
Brahman in allen Dingen, zu allen Zeiten.

Upanischaden

Ändert eure „Anschauung“,

und die Welt wird euch in einem anderen Licht erscheinen.
Laßt das Göttliche in euch eure Blicke lenken und ihr werdet in allem und jedem Gott sehen.

Es ist unsinnig, die Welt ändern zu wollen;
ändert euch selbst und werdet zu Verkörperungen des Friedens, der Liebe und der Ehrerbietung
.

Dann werden euch überall nur Liebe, Mitgefühl und Bescheidenheit begegnen.

Sathya Sai Baba spricht Bd. 7

 

 

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