Man muß aber begreifen, dass die Auferstehung nicht vom Grab ausgeht. Viele haben sie schon realisiert und alle anderen werden es auch tun. Unter der Erde ist für euch alles vorbei, dort bleibt ihr - oder vielmehr euer Körper - liegen und löst euch auf. Aber wenn ihr selbst auferstehen wollt, dann müßt ihr wieder auf die Erde zurückkommen und wieder lernen, ihr müßt alle Schwächen ablegen und euch wie eine Raupe verpuppen, das heißt, ihr müßt alle egoistischen und eigennützigen Gedanken aufgeben. Gerade Gebet und Meditation haben die Aufgabe, den Menschen zu lehren, wie er sich durch Elemente von spiritueller Beschaffenheit ernähren kann. Wer dies nicht erkannt hat und sich ausschließlich zu Vergnügungen und weltlichen Beschäftigungen hingezogen fühlt, wer sich dauernd nur amüsieren will, der vernachlässigt Gebet und Meditation. Das ist schade, denn damit unterbricht er die Arbeit an seiner Umsandlung. Ich habe an mir selbst und anderen beobachtete, daß man sich beim Meditieren verändert. Bei einer wirklichen Andacht erhellt sich das Gesicht und leuchtet auf. Jede Meditation soll das Licht in euch verstärken, denn mit diesem Licht bildet ihr euren Lichtkörper, mit dem ihr eines Tages auferstehen werdet. Der Auferstandene führt ein neues Leben. Er hat andere Gedanken, andere Wünsche und ein anderes Verhalten. Innerlich ist er nicht mehr derselbe, er hat seine Richtung geändert und folgt einem neuen Ziel. Jesus sagt: "Ich bin
die Auferstehung und das Leben." Die Auferstehung ist nichts anderes als eine Qualität des Lebens, ein Leben als Sohn Gottes. Das braucht man nicht jahrhundertelang abzuwarten ... Christus ist die Auferstehung und das Leben, also nehmt ihn als Vorbild, klammert euch an ihn, führt das Leben, das er euch vorgelebt hat, und dann seid auch ihr die Auferstehung und das Leben. Das sind neue Begriffe, die ich hier gebe, aber nur diese neuen Einstellungen vermögen euch aus euren Gräbern hervorzuholen. Ja, denn im Moment seid ihr noch begraben ... und wenn ihr auf die Klänge der Posaunen wartet, um aus euren Klüften herauszukommen, dann könnt ihr Jahrhunderte und Jahrtausende warten! Wenn Jesus sagt: "Ihr habt die Macht Gottes nicht verstanden", dann meint er damit die Kraft Gottes, die aus einer Raupe einen Schmetterling macht. Glaubt ihr, die Raupe wäre klug genug, um sich solche schöne Farben selbst herzustellen? Nein, das ist das Werk der göttlichen Kraft in ihr. Auch wir haben diese Kraft Gottes in uns. Wenn wir uns ihr völlig hingeben, Quelle: Omraam Mikhael Aivanhov: Weihnachten und Ostern in der Einweihungslehre, S. 113 ff., Prosveta-Verlag |