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Dies ist das Buch
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Das materielle Leben ist nicht unvergänglich - es ist vergänglich. Die Jugend und das Geld sind wie vorbeiziehende Wolken - auch sie sind vergänglich. Frau, Kinder, Verwandte und Freunde verschwinden schnell wie der Blitz. Was dem Menschen im Leben bleibt, ist also nur die gute Lebensführung und der gute Ruf. Verschiedene Religionen sind in dieser Welt um des Fortschrittes, des Aufbaus und der Entwicklung der Menschen willen entstanden. Anhänger verschiedener Gottheiten behaupten, ihr Gott sei der größte Gott. So ist es Vishnu für die Vaishnawas, Shiva für die Shaiwas, Ganapati für Ganapateeyaas, Saarada für die Gelehrten, Allah für die Mohammedaner, Christus für die Christen, Buddha für die Buddhisten, Mahaaviira für die Jainisten, Zoroaster für die Parsen, Naanak für die Sikhs, Sai Baba für die Devotees von Baba. Einige sagen: alle sind gleich, es gibt nur einen Gott, er kann von allen Religionen angenommen werden und er ist Wahrheit, Gerechtigkeit und Friede; und er ist die Liebesgestalt. Oh ihr Liebesgestalten! Ihr müßt erkennen, daß Religionen entstanden sind, um die Verschiedenheit zwischen den Menschen zu beseitigen und die Einigkeit zu fördern, damit der Gesellschaft nahegelegt werden kann, ein vorbildliches Leben zu führen. Führt euer Leben nach dieser Erkenntnis. Das Wesen aller Religionen, die Essenz aller Bücher, das Ziel aller Reisen ist dasselbe. Aber aus Selbstsucht, Engstirnigkeit und Eigennutz versteckt sich der Mensch hinter der Religion und provoziert Streit mit anderen. Alle Religionen vermitteln nur das Gute. Aus dieser Erkenntnis heraus sollen die Menschen mit Intelligenz zusammenleben. Wenn die Gedanken und Vorstellungen gut sind, so ist jede Religion eine gute Religion. Der Maßstab aller Religionen ist Sittsamkeit, Moral, Toleranz, Wahrheit, Traditionspflege, Geduld und Gewaltlosigkeit. Darüber sind sich alle Religionen einig. Seit Urzeiten gab es unterschiedliche Religionen auf der Welt. Die Menschen achteten aber auf die Verschiedenheiten und nicht auf die Einheit, und so vernachlässigten sie langsam die Menschlichkeit. Es ist sehr wichtig, daß der Mensch im Leben die Einheit, d. h. die Göttlichkeit, erkennt. 350 Jahre vor der Geburt Christi lebten die Juden in einem Land namens "Judu" (Telugu). Im Judentum nahmen Islam und Christentum ihren Anfang. Alle Menschen, die in diesem Land geboren wurden, hießen Juden. Dieses Land ist also auch das Geburtsland der Mohammedaner und Christen. Hier war Hebräisch die wichtigste Sprache. Sie war etwa so bedeutend wie heute Sanskrit. Viele Ideale vom Leben des Menschen wurden in dieser Sprache gelehrt. Und die Menschen damals waren gläubig; sie vergaßen niemals, an Gott zu denken. Sie führten ihr Leben so, als sei es eine Reise zu Gott. (...) Das Christentum wurde nicht vor zweitausend Jahren geboren. 350 Jahre davor wurde es (aus der jüdischen Religion) geboren, die eine sehr leicht verständliche Lehre über das Wesen Gottes hatte. Nach diesem Glauben erschuf Gott das Universum in 6 Tagen. Am ersten Tag schuf er das Licht. Am zweiten Tag schuf er Luft und Wolken. Am dritten Sonne, Mond und Sterne. Am vierten Erde und Meere, am fünften Fische und Vögel. Am sechsten Tag schuf er Tiere und Menschen - die wichtigsten Lebewesen der Welt. Danach ruhte er an dem Tag, der "Sabruta" (Telugu) genannt wird, aus. Dieser Tag ist der Sonntag. Sein Inhalt ist die innere Haltung des Betens; ein guter Tag für die Anbetung Gottes. Daher gehen die Christen am Sonntag in die Kirche und beten zu Gott. Auf Grund des göttlichen Ratschlusses, des Einflusses und der Kraft Gottes, bekamen Josef und Maria nach einiger Zeit einen Sohn. Sie nannten ihn Jesus. Je-su ... was bedeutet das Wort? "Je" bedeutet eins, "su" bedeutet heilig. Es gibt nur ein Heiliges in dieser Welt. Es gibt nur einen Gott - wie die Juden zu glauben pflegten. Als Jesu Einfluß
langsam, Tag für Tag, wuchs, gab es viele Mißverständnisse und
Fehldeutungen unter den Menschen seiner Zeit. Mit elf Jahren zog
er nach Jerusalem. Das bereitete seiner Mutter Kummer. Im Tempel
wurden Gewalttaten verschiedener Art begangen. Er verhinderte
diese Gewalttaten und wies darauf hin, daß Gott allen Lebewesen
innewohnt. Er sagte zu den Menschen:"Wenn ihr nicht helfen
könnt, so bleibt ruhig. Tut aber niemandem etwas Böses
an". Jesus verbreitete diese Botschaft unter den Menschen und heilte die Kranken. Den Hungrigen und Durstigen gab er zu essen und zu trinken. Einige, die seine Taten miterlebten, fanden, er sei ein Sohn Gottes. Langsam entstand aus dieser Auffassung von Gott Jesus' Beiname. Es war auch ein Beweis dafür, daß es einen Vater gibt. Jesus wurde mit der Zeit immer berühmter. (...) Viele fragten sich, ob die Worte Jesu wahr seien. Er selber sagte zunächst: Ich bin der Botschafter Gottes. Aber nicht nur ich bin das - alle sind Botschafter Gottes. So ist jeder Mensch Gottes Botschafter. Der Mensch vergißt diese Wahrheit und betrachtet sich selbst als den Eigentümer seiner selbst. Jesus aber
erklärte diese Wahrheit: Erst sagte er:"Ich bin der
Botschafter Gottes." Dann sagte er:"Ich bin der Sohn
Gottes." So näherte er sich Gott. Das ist der Beweis für
die Nähe und Verwandtschaft zwischen Vater und Sohn. Dies sind Glaubenssätze, die in allen Religionen zu finden sind. Bei den Hindus nennt man es Dualismus, qualifizierter Nicht-Dualismus und Nicht-Dualismus. Diese Bezeichnungen verweisen dem Sinn nach auf dieselben Glaubenssätze. Die Parsen sagen: Ich bin im Licht. Das Licht ist in mir. Ich bin das Licht. Und so kann man auch bei ihnen die Entsprechung sehen. Jesus widmete seinen Körper der Aufgabe, die Gleichheit aller Religionen und die Einheit aller Menschen aufzuzeigen und zu fördern. Da wir nicht fähig sind, diese Wahrheit zu begreifen, denken wir: diese sind Christen , jene sind Muslime, Hindus, Parsen usw. So heben wir die Unterschiede hervor und zerstören die Menschlichkeit. Die Menschen von heute feiern den Geburtstag der bedeutenden Menschen, aber niemand folgt ihren Weisungen. Geburtstage feiern ist nichts Großartiges. Wir sollten uns entschließen, ihre Ideale und Unterweisungen in die Tat umzusetzen. Viele Gelehrte
untersuchten die Lehre Jesu auf ihre Wahrheit hin. Sie sammelten
das ganze Material, das vor 1.530 Jahren (also Mitte des 5.
Jahrhunderts) vorhanden war. All das schrieben sie vor 530 Jahren
(also Mitte des 15. Jahrhunderts) in England in einem eigenen
Buch nieder. Ein großformatiges Buch ist für jedermann leicht
zu lesen. Daher faßten es die Gelehrten in ein sehr kleines
Format und bewahrten es in einem großen Gebäude am Schwarzen
Meer auf. Das kleine Buch enthält alles. Über Gott Bescheid
zu wissen, ist nicht jedermanns Sache. Um das zu können, müssen
wir uns Vorstellungen von Gott machen. Wo (in diesem kleinen
Buch) das Lesezeichen liegt, da steht ein Vers geschrieben. Er
erklärt die Gleichheit aller Religionen. Die Essenz aller
Religionen ist dieselbe. Sich Gott hinzugeben ist die allererste
Pflicht des Menschen. Sich hingeben bedeutet, zu der Überzeugung
zu gelangen, daß ich und Gott eins sind. Weshalb? Dasselbe ist
in mir und in dir. Das ist der Grund. "Ekooham bahusyaam - Ich bin der Eine, der allen innewohnt." Auf Grund der äußerlichen, zufälligen Unterschiede dürft ihr euch nicht streiten. Streit hat keine Chance. Der Grund für den Streit ist die Überbetonung des Wertes des Körpers. Wir dürfen nicht denken, der Körper sei ewig. Er ist wie eine Wasserblase, das Gemüt ist wie ein verrückter Affe. Folgt nicht dem Körper oder dem Gemüt. Folgt nur dem Gewissen. Das ist die wichtigste Lehre dieses Buches. Wir sollen dem
Gewissen folgen. Das wurde in der indischen Kultur
"cit" genannt. Sat, cit, aanandam - Sein, Bewußtsein,
Glückseligkeit. Wir studieren irgendwelche Bücher, laufen zu jedem wichtigen Mann, der sich besuchen läßt. Wir denken aber nicht darüber nach, ob er wirklich ein großer Mann ist. Niemand ist größer als du selbst. Du bist aber nicht im Stande, diese Wahrheit zu erkennen. Ein Elefant weiß nichts von seiner eigenen Kraft. So unterwirft er sich einem Hütejungen, weil der ihm einen Haken zeigt. Die ganze Welt ist in dir. Alles ist durch deine Kraft bezwingbar. Das ist der freie Wille. Es gibt ihn nicht irgendwo gesondert. Er ist mir dem Wesen der Seele verwandt. Die Göttlichkeit wird der freie Wille genannt. Die Menschen vergessen diese Wahrheit, verlassen sich auf die Kraft des Körpers, des Geldes, der Intelligenz, der Schultern - auf die physische Kraft.
Oh ihr Liebesgestalten! Wenn ihr Gott erlangen wollt, die Göttlichkeit in euch erblicken wollt - wenn du dich erkennen willst, dann mußt du die reine Liebe in dir pflegen. Diese Liebe ist ein großes Band, das alle verbindet. Es ist das Liebesband.
Sathya Sai Baba |